Zwetschken (Pflaumen)

Kurzdefinition: Steinobst

Historische Bedeutung: Die Pflaume, plur. die -n, Dimin. das Pfläumchen, Oberd. Pfläumlein, die saftige runde oder länglich runde Frucht des Pflaumenbaumes, welche zu dem Steinobste gehöret, und deren es mehrere Arten von verschiedener Gestalt und Größe gibt. In weiterer Bedeutung, welche besonders im Hochdeutschen üblich ist, bekommen alle diese Arten den Nahmen der Pflaumen. Im gemeinen Leben hingegen hat man für dieselben eigene Nahmen. Besonders nennet man im gemeinen Leben Ober- und Niederdeutschlandes die gemeinsten kleinen länglichen Pflaumen, welche violet, röthlich oder dunkelblau von Farbe sind, Zwetschchen, Oberd. Zwespen, Nieders. Quetschen, die größern aber, welche bald eyrund sind, bald aber sich mehr der Kugelründe nähern, in engerer Bedeutung Pflaumen, wohin denn die Damascener-Pflaumen, die Ungarischen Pflaumen, die Catharinen-Pflaumen, die Myrabellen, die Roßpflaumen, die Eyerpflaumen und noch andere gehören. Die Damascener-Pflaumen stammen ursprünglich aus der fruchtbaren Ebene um Damascus in Syrien her, und sind vermuthlich durch die Kreuzzüge zu uns gebracht worden. Die Kriechen, Spillinge, Maronken sind besondere Arten Pflaumen. Anm. Im Nieders. Plumme, im Angels. und Engl. Plum, im Schwed. Plommon, im Isländ. Plummur, im Dän. Blomine. Alle mit der nicht ungewöhnlichen Veränderung des r in l aus dem Lat. Prunum, Griech. προυμνον, welches r nicht nur die Franzosen in ihrem Prune behalten haben, sondern auch noch in den im gemeinen Leben Oberdeutschlandes üblichen Prume für Pflaume, bey dem Apherdian Pfraume, vorhanden ist. Auch im Osnabrückischen sagt man für Plumme noch Prume. Da der Pflaumenbaum in Europa nicht einheimisch ist, indem man noch zu des Cato Zeiten in Italien keine anderen als die gedörrten, durch die Handlung dahin gebrachten Pflaumen kannte, sondern in dem südlichen Asien, dem Vaterlande unserer meisten Gartenfrüchte und Gartengewächse, zu Hause gehöret, so ist auch der Nahme dort aufzusuchen. Die Asiaten sollen diese Frucht auch noch wirklich Prunaon nennen. (Adelung Bd. 3, Sp. 736-737)

Schreib- und Sprachvariationen: zwesken, zwösken

Rezepte:

  1. [Spilling Confect]. (Ein new Kochbuch, 1581)
  2. Item Tortten zumachen von zwesken. / (Dückher Kochbuch, 1654)
  3. Item zwesken Gmüeß zumachen, / Khalt oder Warm. / (Dückher Kochbuch, 1654)
  4. Item zwesken Gemües zumachen kalt / oder warm. (Dückher Kochbuch, 1654)
  5. Copaun Pasteten. (Kochbuch des Carolus Robekh, 1679)
  6. Zwëspen dorten. (Kochbuch des Carolus Robekh, 1679)
  7. Grüen Zwëspen dorten. (Kochbuch des Carolus Robekh, 1679)
  8. Dürre Zwetschgen zu kochen / auf andere Art. (Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch, 1691)
  9. Eine Prinelln= Brüh über Hüner und weisses Gebratens. (Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch, 1691)
  10. Zwetschgen einzumachen. (Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch, 1691)
  11. Zwetschgen einzumachen / so laxiren. (Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch, 1691)
  12. Prinelln und Datteln zu bachen. (Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch, 1691)
  13. Ein Prinelln=Dorten. (Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch, 1691)
  14. Dürre Zwetschgen zu kochen. (Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch, 1691)
  15. Grüne oder frische Zwetschgen zu dünsten. (Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch, 1691)
  16. Zwetschgen zu füllen. (Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch, 1691)
  17. Prinelln oder Zibeben zu dünsten / auf andere Art. (Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch, 1691)
  18. Prinelln zu dünsten. (Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch, 1691)
  19. Ein Zwetschgen= Dorten. (Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch, 1691)
  20. Ein Prinellen= Pflaumen= oder Zwetschgen= Mus. (Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch, 1691)
  21. Ein Hun in einer Prunellen=Brüe. (Die wol unterwiesene Köchinn, 1697)
  22. Wie man Die Zwöspen Knödl macht (Das Kochbuch der Ursulinen, 1716)
  23. Wie man den auf gestrichnen Mandl Dorten Macht (Das Kochbuch der Ursulinen, 1716)
  24. To dry Plums like the French Plums with Stones in them (Mrs. Eales Compleat Confectioner, 1718-1742)
  25. To dry Black Pear-Plums or Muscles or the Great Moguls (Mrs. Eales Compleat Confectioner, 1718-1742)
  26. To keep Damsins for Tarts (Mrs. Eales Compleat Confectioner, 1718-1742)
  27. To make Red Plum-Paste (Mrs. Eales Compleat Confectioner, 1718-1742)
  28. To dry Green Plums (Mrs. Eales Compleat Confectioner, 1718-1742)
  29. To dry Amber or any White Plums (Mrs. Eales Compleat Confectioner, 1718-1742)
  30. To make Red Plum Clear-Cakes (Mrs. Eales Compleat Confectioner, 1718-1742)
  31. To preserve Black Pear-Plums or Damascenes (Mrs. Eales Compleat Confectioner, 1718-1742)
  32. To make Red Quince-Marmalet (Mrs. Eales Compleat Confectioner, 1718-1742)
  33. To make White Pear-Plum Clear-Cakes (Mrs. Eales Compleat Confectioner, 1718-1742)
  34. To make White Plum-Paste (Mrs. Eales Compleat Confectioner, 1718-1742)
  35. To preserve White Pear-Plums (Mrs. Eales Compleat Confectioner, 1718-1742)
  36. Hecht gebachen / in einer Pflaumen= Spendling= oder Zwetschgen= Brühe (Neues Saltzburgisches Kochbuch, 1718/19)
  37. Gedörrte Zwetschgen in Taig gedunckter / aus Schmaltz zu bachen. (Neues Saltzburgisches Kochbuch, 1718/19)
  38. Bachne Zwetschgen. (Neues Saltzburgisches Kochbuch, 1718/19)
  39. Die Spenling= Dorten= Füll. (Neues Saltzburgisches Kochbuch, 1718/19)
  40. Von gedörrten Zwetschgen. (Neues Saltzburgisches Kochbuch, 1718/19)
  41. Die grünen Zwetschgen einzumachen. (Neues Saltzburgisches Kochbuch, 1718/19)
  42. Spänling Muß (Neues Saltzburgisches Kochbuch, 1718/19)
  43. Spänling die noch frisch seynd (Neues Saltzburgisches Kochbuch, 1718/19)
  44. Spänling gedörrter (Neues Saltzburgisches Kochbuch, 1718/19)
  45. Spänling mit Taig aus Schmaltz gebachen (Neues Saltzburgisches Kochbuch, 1718/19)
  46. Spänling anderst vor ein süsse Speiß (Neues Saltzburgisches Kochbuch, 1718/19)
  47. Zwetschgen gedämpffter (Neues Saltzburgisches Kochbuch, 1718/19)
  48. Zwetschgen frischer oder gedörrter (Neues Saltzburgisches Kochbuch, 1718/19)
  49. Zwetschgen gedörrter (Neues Saltzburgisches Kochbuch, 1718/19)
  50. Zwetschgen in die Dorten zu füllen (Neues Saltzburgisches Kochbuch, 1718/19)
  51. Zwetschgen warmer zu kochen (Neues Saltzburgisches Kochbuch, 1718/19)