Wilpraͤt von rintfleissch

Aus: M I 128 (15. Jhdt.), Nr. 04

Originalrezept:

WIldu machn̄ wilpraͤt So nÿm ma=
g͗s rintfleisch vnd hack es klain̄
vnd nȳ ein wein vnd vah ein swais von
einē kalb vnd tuͤ den wein dar ein vn̄
secz auf einē koln̄ vnd ruͤr es pis es si=
dn̄ wird vnd geuss es dan auf daz fleisch
So veͣht es die stalt als wilprat vnd
hack dar vndʾ aÿr vnd geribn̄s prot
vnd stupps wol vnd mach dan paln̄
dar aus als die fawͤst vnd seuͤd es in
einʾ fleischpruͤe vnd sneid es dan̄ klain
als daz wilprat vnd mach ein gutn̄
pfeffrn͗ dar zw vnd stupp in wol ab
mit gutn̄ gewurczn̄ vnd leg daz wilpraͤt
dar ein vnd vʾsalcz sein nicht so ist es gut

Übersetzung:

Falsches Wild

Willst du einen (falschen) Wildbraten machen, dann nimm mageres Rindfleisch und hack es klein. Nimm ein wenig Wein, gib Kalbsblut dazu, setze es aufs Feuer und rühre, bis es zu kochen beginnt. Gieß es auf das Fleisch, dann bekommt es die Farbe wie Wildbraten. Gib Eier und geriebenes Brot darunter, würze es und forme faustgroße Knödel daraus. Koche sie in einer Fleischsuppe, schneide sie in Stücke wie einen Wildbraten, mach dazu eine gute Pfeffersauce, würze sie ausgewogen mit feinen Gewürzen. Leg das "Wild" in die Sauce und versalz es nicht, dann ist es gut.

Transkription:

Beatrix Koll

Zitierempfehlung:
Beatrix Koll (Transkription): "Wilpraͤt von rintfleissch", in: M I 128 (15. Jhdt.), Nr. 04,
online unter: https://gastrosophie.sbg.ac.at/kbforschung/r-datenbank/?rdb_rezepte=wilpra%cd%a4t-von-rintfleissch (17.01.2022).

Datenbankeintrag erstellt von Marlene Ernst.