Wifftig.

Aus: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 17, Nr. 089

Originalrezept:

ZWieret ein halb Pfund schönes Mehl mit drey Achtel= Maas Rosenwasser / und einer halben Maas Kern oder süssen Ram / an / (man muß aber deß Rosenwassers mehr nehmen als deß Kerns / damit sie schön rösch werden) rühret drey Achtel= Pfund rein= gesiebten Zucker / und ein viertel Pfund mit Rosenwasser recht klein= abgestossene Mandeln darunter / dann wann sie grob sind / gibt es gerne Löcher: schlaget zwey Eyerdötterlein daran / rühret Cardamomen / Muscatblüh / Negelein und Pfeffer darein / nach belieben / doch muß das Gewürtz vorschlagen / und alles wohl unter einander gerühret werden / daß es nicht butzicht seye: schmiret das Eisen zum ersten mal mit Butter / thut dann allezeit einen guten Löffel voll dieses Teigs daran / und bachets im übrigen / wie die bald folgende Num. 93. beschriebene Hippelein oder Hohl= Hippen.

Anmerkung:

Die ursprüngliche Bedeutung von Wifftig ist (Honig)wabe. Der Teig wurde nämlich in einem Waffeleisen, dessen Riffelung an eine Wabe erinnert, kurz gebacken – auch das Wort Waffel kommt übrigens von „Wabe“. Manchmal wurde die noch weiche Waffel nach dem Backen sofort auf einem Hippeneisen gerollt, zur Herstellung von Hohlhippen (s. z.B. Rezept Nr. 91). Auf historischen Abbildungen sieht man, dass die Waffeleisen meist lange stangenförmige Griffe hatten, mit denen man sie kurz über das Feuer hielt.

Transkription:

Andrea Sobieszek

Zitierempfehlung:
Andrea Sobieszek (Transkription): "Wifftig.", in: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 17, Nr. 089,
online unter: https://gastrosophie.sbg.ac.at/kbforschung/r-datenbank/?rdb_rezepte=wifftig (08.08.2022).

Datenbankeintrag erstellt von Andrea Sobieszek.