Wespen= Nester zu bachen.

Aus: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 13, Nr. 187

Originalrezept:

LAsset ein Seidlein oder halbe Maas obere Milch ein wenig warm werden / und anderthalb Vierding Butter darinn zergehen / schlaget drey oder vier Eyerdottern / und zwey gantze Eyer / daran / giesset drey oder vier Löffel voll Bier= Heffen dazu ; machet den Teig ein wenig vester als den Heffen= Küchlein= Teig / lasset ihn verdeckt auf einem warmen Ofen gehen ; hernach wircket ihn / und schneidet sieben Stücklein daraus / walchert jedes insonderheit länglicht / ungefehr ein paar Finger lang / nach dem mans groß haben will / und ein paar Messer= rucken dick ; rädelts mit einem hiezu gebräuchlichen Rädlein schön gleich ab / schmierets mit zerlassener Butter / streuet ein wenig Weinbeerlein oder Corinthen darauf : Oder / an statt dessen / kan mans auch mit klein= abgeriebenen Mandeln bestreuen ; alsdann werden diese Blätlein alle über einander gewickelt : Giesset hernach ein gut theil in einen erdenen Tiegel oder küpffernes Beck zerlassenes Schmaltz / setzet diese über einander gewickelte Stücklein rund herum / tunckt aber zuvor ein jedes derselben in das zerlassene Schmaltz / und setzt eines in die mitte ; schiebets also in den Bach= Ofen / und lasset sie bachen.*

* Man nimmt zu erst deß Mehls etwan drey Seidlein= Becher voll dazu ; ist der Teig zu lehn / muß noch mehr Mehl darein gewircket werden : Oder man kans auch allerdings zuvor zusamm machen / und hernach erst gehen lassen / ehe mans in Ofen thut.

Transkription:

Sepp Meister, Steffi Schinagl

Zitierempfehlung:
Sepp Meister, Steffi Schinagl (Transkription): "Wespen= Nester zu bachen.", in: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 13, Nr. 187,
online unter: https://gastrosophie.sbg.ac.at/kbforschung/r-datenbank/?rdb_rezepte=wespen-nester-zu-bachen (21.01.2022).

Datenbankeintrag erstellt von Lukas Fallwickl.