Weixeln einzumachen.

Aus: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 15, Nr. 023
Diätetische Verwendung:

Originalrezept:

DEnen Weixeln / so zum einmachen dienen sollen / muß man / ehe sie recht vollkommen zeitig seyn / die Stiele gemach ausdrehen / damit der Safft nicht heraus dringe / alsdann in ein klein wohl abgebundenes Fäßlein vom Eichen= Holtz legen / nachfolgende Gewürtze grob zerstossen / dazwischen streuen / als Negelein / Zimmet / Galgant / Muscaten= Blüh / jedes ein wenig / nach dem das Fäßlein groß ist; hernach einen Zucker absieden / daß er um ein gutes dicker sey / als ein geläutert Hönig / selbigen etwas wärmer als laulecht daran giessen / daß er wohl über die Weixel gehe / nachmal an ein kühles Ort wohl verwahrt und zugemachet legen / und nach etlichen Tagen dazu sehen / so haben sie einen lieblichen Safft bekommen; wann nun derselbe zu dinn wäre / und man sich besorgen müsste / er möchte sauer werden / kan man gestossenen Zucker darein streuen. *

* Diese Weixeln zusamt dem Safft dienen nicht nur den Krancken zur Labsal / sondern man kan auch geschwind einen Weixel= Wein daraus machen; wann man besagten Safft unter einen guten starcken Wein giesset: die Weixel bleiben schön vollkommen / und können auch besonders aufgetragen werden.

Übersetzung:

Eingelegte Weichseln

Transkription:

Marlene Ernst

Zitierempfehlung:
Marlene Ernst (Transkription): "Weixeln einzumachen.", in: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 15, Nr. 023,
online unter: https://gastrosophie.sbg.ac.at/kbforschung/r-datenbank/?rdb_rezepte=weixeln-einzumachen (16.08.2022).

Datenbankeintrag erstellt von Mae Lene.