Wännlein= Pasteten zu machen.

Aus: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 04, Nr. 047

Originalrezept:

NImm ein halb Pfund Butter / drey viertel Pfund Mehl / zerreibe es klein / saltz / thu drey Eyerdottern daran / und so viel Kern als nöthig / wircke es unter einander / daß ein glattes Teiglein werde / thue denselben in eine erdene Schüssel / und decke ihn mit einer andern / wann es so lang Zeit hat / zu; hernach nimm Briese / übersiede sie in einer Fleischbrüh / schneide sie Plätzlein= weiß; ingleichen auch gespickt und gebratene Lamms= Nierlein / gebratene Brat= oder Knack= Würste; thue die ausgeschählte Schwäntze von Krebsen und Schnecken / welche vorhero eine weil in der Fleischbrüh gesotten haben / ingleichen überbrüte gedörrte oder frische Morgeln / klein= geschnittene Artischocken= Kern und frische Erbsen oder Spargel dazu / laß in einem Häfelein eine gute Rind= Suppen sieden / die nicht versaltzen ist / brenn ein wenig Mehl darein / würtze sie mit Pfeffer / Muscatblüh / und würfflicht= geschnittenen Citronen= Schalen / laß sieden / und gieß es über die oben= beschriebene Sachen in einen stollichten Hafen / laß alles zusammen nochmal sieden / daß es ein guten Geschmack bekommt / seihe hernach die Brüh herab / hebs auf / und laß die obbesagte Stücke erkuhlen; hernach nimm den Teig / überwircke ihn noch ein wenig / und wälchere denselben / daß er ungefehr zwey gute Messer= Rucken dick seye / formire ihn in die Wännlein / welche vorhero mit Butter geschmiert / lege die oben= beschriebene Sachen unter einander hinein / würtze es / leg etliche Schnittlein Butter darauf / gieß ein paar Löffel voll von der Brüh / worinn die obige Sachen gesotten haben / daran / daß sie ein wenig safftig bleiben; mach einen glatten Deckel darüber / bestreichs mit einem zerklopfften Ey / setz in die Torten= Pfannen / laß drey viertel Stund gemach bachen / nimm sie aus den küpffernen Wännlein heraus / legs in eine Schüssel / laß indessen die abgegossene Brüh mit einem guten Stuck Butter wieder aufsieden / mach oben in den Deckel ein kleines Löchlein / gieß durch ein Trichterlein etliche Löffel voll Brüh hinein / trags gleich auf weils warm seyn. *

* Man kan zu diesen Pastetlein einen Teig nehmen / welchen man will / auch so gar einen blätterigten Butter= Teig / da man sonst Torten daraus zu machen pfleget. Auch kan man / wie in eine Ollapotrid- Pasteten / junge Hüner darein füllen / oder auch ein Gehäck vom Kalbfleisch / nach eigenen belieben.

Transkription:

Andrea Sobieszek

Zitierempfehlung:
Andrea Sobieszek (Transkription): "Wännlein= Pasteten zu machen.", in: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 04, Nr. 047,
online unter: https://gastrosophie.sbg.ac.at/kbforschung/r-datenbank/?rdb_rezepte=waennlein-pasteten-zu-machen (14.08.2022).

Datenbankeintrag erstellt von Andrea Sobieszek.