Süß eingebickte Hüner oder Capaunen.

Aus: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 09, Nr. 026

Originalrezept:

SChneidet die Hüner oder Capaunen / wann sie bereitet sind / in vier Theile / saltzt sie hernach / and röstets im Schmaltz biß sie wohl rösch werden; alsdann thut sie in einen Tiegel oder Hafen / giesst halb Wein halb Fleischbrüh / und ein wenig Rosen= oder Citronen= Essig daran / last es also biß auf den halben Theil mit einander sieden; unterdessen siedet auch ein weiß= gebähtes Brod im Wein / in einem besondern Töpfflein / biß es weich wird / treibts hernach durch an die Hüner / daß die Brüh fein dicklicht wird / ( wiewol man auch an statt dieses durch= gezwungenen Brods / ein im Schmaltz licht= eingebrenntes Mehl / nehmen kan: ) würtzet es mit Ingber / Pfeffer / Saffran / Muscatblüh / Cardamomen / Trisanet / und einem guten Theil Zucker / drucket den Safft von Pomerantzen daran / streuet auch klein= und würfflicht= geschnittene Schelffen von Citronen darein / und lasset es mit einander sieden / daß ein weniges Brühlein verbleibe: Legts alsdann fein zierlich in eine Schüssel / giesst die Brüh darüber / und streuet Trisanet darauf; es muß aber die Brüh vom Gewürtz wohl scharff seyn.

 

Transkription:

Waltraud Ernst

Zitierempfehlung:
Waltraud Ernst (Transkription): "Süß eingebickte Hüner oder Capaunen.", in: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 09, Nr. 026,
online unter: https://gastrosophie.sbg.ac.at/kbforschung/r-datenbank/?rdb_rezepte=suess-eingebickte-huener-oder-capaunen (24.01.2022).

Datenbankeintrag erstellt von Waltraud Ernst.