Semmel= Küchlein.

Aus: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 13, Nr. 052

Originalrezept:

NEhmet schöne neugebachene weisse Semmeln / Laiblein / oder auch einen Weck / schneidet die Rinden rings herum ab / daß nur die Brosam daran bleibt; dann schneidet aus der Brosam länglicht= und runde Stücklein / als wie die Stritzeln / und zwar aus einer Semmel ungefehr sechs; wann man sie gantz rund kan machen / sehen sie wol am schönsten / es gehet aber sehr viel ab: Dann klopffet etliche Eyer / giesset ein klein wenig Rosenwasser / und gute Milch oder Kern daran / zuckerts / und rührets wohl unter einander; leget die geschnittene Semmeln alle auf einen zinnernen Deller oder Schüssel / giesset die Eyer darüber / kehret die Semmeln offt um / daß sie wohl weich werden / und die Eyer eindringen können: Wann sie nun weich worden / so reibet die Rinden von einem Weck / waltzet die eingeweichten Semmeln darinnen herum / so werden sie krauß / und bachets dann nach einander aus einem Schmaltz schön gelb heraus. *

* Wanns beliebt / kan man diese Schnitten / an statt der Eyer / in einen Wein weichen / welcher aber zuvor wohl gezuckert worden; alsdann unter das geriebene Brod / ein gutes Trisanet mischen / die eingeweichten Schnitten / wie vorgedacht / darinnen umkehren und ferner heraus bachen / wie schon vermeldet.

Anmerkung:

Mit Brosam im Singular ist die Brotkrume oder Schmolle gemeint, also das weiche Innere des Brotes unter der Rinde. Brosamen sind Krümel, Brösel.

Transkription:

Andrea Sobieszek

Zitierempfehlung:
Andrea Sobieszek (Transkription): "Semmel= Küchlein.", in: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 13, Nr. 052,
online unter: https://gastrosophie.sbg.ac.at/kbforschung/r-datenbank/?rdb_rezepte=semmel-kuechlein (08.08.2022).

Datenbankeintrag erstellt von Andrea Sobieszek.