Schnepffen zu dämpffen.

Aus: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 09, Nr. 044

Originalrezept:

RAuffet oder rupffet an den Schnepffen die Federn auf das schönste heraus / ziehet den Kopff ab / nehmet das Gedärm samt der Leber und Magen heraus / und behaltets in einem Schüsselein auf / biß zu seiner zeit; waschet hernach den Schnepffen mit Wein aus / saltzet und würtzet ihn / wie das Rebhun/ und lasset ihn gleich besagtem Rebhun ein viertel Stündlein im Wein dämpffen; indessen nehmet das Gedärm / so man aufbehalten hat / thut nur allein den Magen davon hinweg / waschet das Gedärm mit Wein aus / damit das sandige und andere Unreinigkeit heraus komme / hackets zusamt dem übrigen klein / röstet ein gerieben rocken= Brod im Schmaltz / thut das gehackte dazu / und röstets zuletzt ein wenig mit; giesset die Brüh / darinnen der Schnepff gedämpffet hat / daran / und rühret es glatt mit ab: ist es aber zu dick / so giesset noch mehr Wein / auch / nach belieben / etwas von Rosen= Essig hinzu / und so dann wieder über den Schnepffen in den Hafen; würtzets mit Pfeffer / Cardamomen / Muscatblüh und Negelein / zuckerts auch / und drucket den Safft von Citronen darein / last es noch eine viertel Stund mit einander dämpffen: Richtets alsdann in eine Schüssel / und streuet klein= geschnittene Schelffen von Citronen darauf.

 

Transkription:

Waltraud Ernst

Zitierempfehlung:
Waltraud Ernst (Transkription): "Schnepffen zu dämpffen.", in: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 09, Nr. 044,
online unter: https://gastrosophie.sbg.ac.at/kbforschung/r-datenbank/?rdb_rezepte=schnepffen-zu-daempffen (09.08.2022).

Datenbankeintrag erstellt von Waltraud Ernst.