Schlickkrapffen von den Kälbern Nieren zu machen.

Aus: Ein new Kochbuch (1581), Kapitel 01, Teil 04, Nr. 24

Originalrezept:

Reiß das Fett von den Nieren herauß / klaub es / daß das Häutlein davon hinweg kompt / vnd wen(n) du es geklaubt hast / so nim(m) ein altbackenen Weck oder Sem(m)el / vnnd ein Parmesankeß / eins so viel als deß andern / vnnd schneidt darvnter grüne wolschmeckende Kräuter / vnnd nim(m) gestossen Ingwer / oder gestossen Muscatennuß vntereinander / vnd schlag ein Eyerdotter oder vier darein / vnnd hack es durcheinander / vnnd wann du es klein gehackt / so nim(m) ein frische Meyenbutter / die vnzerlassen ist / in ein kleinen Kessel / vnnd laß das Molcken oder Saurmilch / die noch darinnen ist / darvon kommen / seig die Butter durch ein Härin Tuch / vnd thu sie in das gehackt / vnnd hacks auch durcheinander / vnd nim Meyenbutter / so wirdt es mildt /vnnd wann die Füll fertig ist / so nim Mehl vnd lauter Eyer durcheinander / das weiß vnd gelb / mach darmit ein Teig von einem schönen weissen Mehl / vnd mach ihn nicht gar zu dick / daß du es kanst gar dünn außtreiben / wie ein schönes dün(n)es Papier / je dünners ist / je schöner es wirdt / vnd wenn du es außgetrieben hast / so bestreich den Teig mit einem geschlagenen Ey / das wol geschlagen ist / vnd bestreich den Teig am ersten mit einem Pensel / vnd thu die Füll auff de Teig / vnd schlag das vntertheil hinüber / vnd drucks fein nider / daß es vbereinander kompt / schneidt es fein mit einem saubern Rädtlein ab / vnd wenn du die Krapffen gemacht hast / so nim(m) ein gute Rindtfleischbrüh / die fein lindt gesaltzen ist / doch daß sie nit feißt sey / Nim(m) die Brüh in einen vberzinten Fischkessel / vnnd setz sie auff / laß sie sieden /vnd wann die Brüh seudt / so wirff ein Krapffen nachdem andern hinein / daß sie nicht zusammen fahren / vnnd laß es sieden fünff viertel stundt / vnd gar gemach auff glüenden Kolen / vn(n) tauch es fein mit einem höltzern Löffel vnter / damit sie vnter die Brüh kommen / daß nicht oben auff dürr wirt / auch daß die Brüh nicht einseudt / dz du kanst eins nach dem andern anrichte / mach die Brüh gelb oder nicht / so ist es auff beyde manier gut / vnd thu frische Butter in die Brüh / vnd gantze Muscatenblüt / vnd wann es miteinander gesotten hat / vnd gar fertig ist / so schneidt grün Pettersilgen darein / so wirt es gut vnd lieblich zu essen / vnd schaw / daß es gar lind gesaltzen sey / denn ein solche Speiß muß lindt gesaltzen seyn / darumb heißt man sie Schlickkrapffen / daß man sie schlingen kan.

Transkription:

Sabine Schwaiger

Zitierempfehlung:
Sabine Schwaiger (Transkription): "Schlickkrapffen von den Kälbern Nieren zu machen.", in: Ein new Kochbuch (1581), Kapitel 01, Teil 04, Nr. 24,
online unter: https://gastrosophie.sbg.ac.at/kbforschung/r-datenbank/?rdb_rezepte=schlickkrapffen-von-den-kaelbern-nieren-zu-machen (28.11.2022).

Datenbankeintrag erstellt von Magdalena Bogenhuber.