Schlegel vom Schaaf / oder Schöps / angelegt / und im Ofen / oder mit doppelter Glut gedämpfft.

Aus: Neues Saltzburgisches Kochbuch (1718/19), Buch III-1 Kap. 03 Nr. 033

Originalrezept:

NImm wohl zerklopfften und gebratnen Schöps= Schlegel / hacke das abgelößte Brät mit gutem Speck / oder rinderner Feisten und Marck / mit süssen Ram / Eyern / Gewürtz / geweichter und wieder ausgetruckter Semmel / Kräuter und Saltz / ganz klein / schlage es an die Beiner / formire wieder einen Schlegel daraus / bestecke ihn mit Pinioli, oder Zirbernüßlein / bache ihn im Ofen / mit besäeten Semmel= Brosen / und versiehe disen fäschierten Schöps= Schlegel / mit süsser Wein= Beerlein= oder sauren / braunen / oder mit einer sonst guten Schwammen= oder Dardoffel= Brühe / oder mit einem Rago von Brüßlein / Euterlein / Krebsen / oder Maurachen.

Anmerkung:

Typisch für die damalige Zeit, dass man diesen Hackbraten wieder um den Knochen geformt hat, um die ursprüngliche Schlegelform nachzubilden. Allerdings hat man den faschierten Braten nicht aus rohem Fleisch gemacht, sondern aus dem gebratenen Schlegel; dafür konnte man auch Reste verwerten.

Transkription:

Andrea Sobieszek

Zitierempfehlung:
Andrea Sobieszek (Transkription): "Schlegel vom Schaaf / oder Schöps / angelegt / und im Ofen / oder mit doppelter Glut gedämpfft.", in: Neues Saltzburgisches Kochbuch (1718/19), Buch III-1 Kap. 03 Nr. 033,
online unter: https://gastrosophie.sbg.ac.at/kbforschung/r-datenbank/?rdb_rezepte=schlegel-vom-schaaf-oder-schoeps-angelegt-und-im-ofen-oder-mit-doppelter-glut-gedaempfft (28.01.2022).

Datenbankeintrag erstellt von Andrea Sobieszek.