Salat auf welsche Art gemischt.

Aus: Neues Saltzburgisches Kochbuch (1718/19), Buch IIII-2 Kap. 7 Nr. 216

Herkunftsbezeichnung(en): Spanischer Wein Wel(i)sch

Originalrezept:

ERstlich mach gebähte Semmel= Schnitten / etwas dick / träncke dieselbe mit dem besten Spanischen oder andern guten Wein / Zucker / Zimmet / und Trissant / wann du die Schnitten zierlich auf die Schüssel oder Schaalen gericht hast / so bestreue sie ebenfalls mit saubern Pinioli, Capry und Weinbeerlein / auch Citroni= oder Lemoni= Schaalen / dann regaliere diesen Salat mit gebrühten Cichori= Wurtzen / Carfiol / oder Selleri= Wurtzen gebrühter / und mit Oel / Zucker und Eßig süß angemacht / auch nimmt man darzu Oliven / gebutzte Lampreden / Sardellen / gebutzte Schnecken / alles wol auf die Schüssel regaliert / und mit Margaranten= Kern ausgeziert.

NB. Andere nehmen auch hart gesottne Eyer / Zerbeladä= Würst / Schuncken= Schnitzlein / gescheelte Zungen / etc. am Fasttag aber marginirte Fisch / auch Poterga / mit Antifi / und kleinen grünen Salat darzu / hierzu dienen auch die rothe / und braun= gebrattne Ruben.

Anmerkung:

Von diesem bunt gemischten „Welschen Salat“ gibt es auch in anderen Kochbüchern zahlreiche Varianten.
Unter „Poterga“ versteht man gebratenen gelben Fischrogen, in Fischhaut gewickelt. Vor der Verwendung wurde die Haut entfernt, und man schnitt ihn wie Wurst auf.

Transkription:

Andrea Sobieszek

Zitierempfehlung:
Andrea Sobieszek (Transkription): "Salat auf welsche Art gemischt.", in: Neues Saltzburgisches Kochbuch (1718/19), Buch IIII-2 Kap. 7 Nr. 216,
online unter: https://gastrosophie.sbg.ac.at/kbforschung/r-datenbank/?rdb_rezepte=salat-auf-welsche-art-gemischt (29.01.2022).

Datenbankeintrag erstellt von Marlene Ernst.