Sack= Küchlein zu bachen.

Aus: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 13, Nr. 071

Originalrezept:

NEhmet sechs Eyer und so viel guten Kern / auch ein wenig Brandwein; macht von einem schönen Mehl einen Teig an / so dick als wie einen Strauben= Teig; saltzet / und hänget ihn in einem Säcklein in ein siedend Wasser / last selbigen ungefehr eine viertel Stund oder länger / biß er dick wird / darinnen sieden: schneidet ihn so dann / wann er aus dem Säcklein heraus genommen worden / viereckicht / machet auch hin und wieder Schnittlein darein; leget diese Stücklein in das Schmaltz / so nicht zu heiß ist / sondern lassets wie die Schart= Küchlein langsam bachen / und leget das geschnittene Theil unterwärts gegen den Boden in die Pfannen; behaltet aber den andern Teig immerzu in einem warmen Wasser / biß er ebenfalls nach und nach abgebachen worden. *

* Diese Küchlein kan man von denen unterschiedlich= kurtz zuvor beschriebenen Strauben= oder auch Schart= Küchleins= Teigen machen / und ist nur dieser Unterschied / daß man solchen Teig zuvor in einem Säcklein siede: Wanns beliebt / kan man auch ein wenig kleine Weinbeerlein oder Corinthen mit darunter rühren.

Anmerkung:

Einen flüssigen Teig in einem Säcklein im Wasserbad zu garen, ist eine interessante Methode, aber heute nicht mehr üblich.

Transkription:

Andrea Sobieszek

Zitierempfehlung:
Andrea Sobieszek (Transkription): "Sack= Küchlein zu bachen.", in: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 13, Nr. 071,
online unter: https://gastrosophie.sbg.ac.at/kbforschung/r-datenbank/?rdb_rezepte=sack-kuechlein-zu-bachen (27.01.2022).

Datenbankeintrag erstellt von Andrea Sobieszek.