Risotto (Wälscher Reis)

Aus: Die süddeutsche Küche (1858), S.056/2

Herkunftsbezeichnung(en): Wel(i)sch

Originalrezept:

Bei 6 Loth Beinmark, blätterig geschnitten, mit etwas Wasser aufgesetzt, läßt man zergehen und seiht es in eine Rein, die im Verhältnisse groß sein muß, damit der Reis nur fingerhoch zu liegen komme.
Wenn das Fett recht heiß ist, gibt man 1 Seidel ungewaschenen Reis hinein und läßt ihn ungefähr 1 Minute so, wobei man ihn ein paar Mal aufschüttelt, aber ja nicht rührt. Dann kommt, so viele gute siedende Suppe darauf, daß sie darüber steht, und kocht es gäh, aber ohne zuzudecken.
Wie sich die Suppe einsiedet, muß man wieder darüber geben, bis der Reis schon bald gut ist, was eine Viertelstunde braucht, wo man sie eingehen läßt. Jeder Kern muß ganz bleiben und die Dicke so sein, daß er sich wohl bergartig aufhäufen läßt, aber saftig und glänzend (nicht wie ein Sterz). Vor dem Anrichten mischt man ungefähr 2 schwache Hände voll geriebenen Parmesankäs leicht darunter und läßt ihn eine Weile stehen.
Geriebener Käs wird noch besonders auf einem kleinen Teller beigegeben.

Transkription:

Andrea Sobieszek

Zitierempfehlung:
Andrea Sobieszek (Transkription): "Risotto (Wälscher Reis)", in: Die süddeutsche Küche (1858), S.056/2,
online unter: https://gastrosophie.sbg.ac.at/kbforschung/r-datenbank/?rdb_rezepte=risotto-waelscher-reis (07.08.2022).

Datenbankeintrag erstellt von Andrea Sobieszek.