Rindfleisch auf eine andere weise / besonders zu kochen.

Aus: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 09, Nr. 087

Originalrezept:

KAuffe einen guten ausgekernten Riemen / von ungefehr sieben Pfunden / hänge ihn / wann er mit Saltz wohl eingerieben worden / und acht Tage lang also gelegen / nur etwan einen oder zwey Tage / aber ja nicht länger / in den Rauch; schneide zwey Stücke daraus / und laß sie / wie ein ander Rindfleisch / auf die gantz bekandte und gemeine Art / sieden; mach aber auch inzwischen diese nachfolgende Brüh darüber: Hacke ein gut theil Zwiebeln klein / röste selbige schön gelb und trocken / samt einem Löffelein voll Mehl / im Schmaltz; hacke auch das grüne Kraut von Peterlein oder Petersilien / gieß an die gerösteten Zwiebeln und Mehl / so viel Fleischbrüh als nöthig ist / würtze sie mit Pfeffer / und laß also sieden: Würff dann gantz zuletzt das gehackte Petersilien= Kraut darein / damit es schön grün bleibe / laß noch ein klein wenig dünsten / und trags dann in einer Schüssel zu Tisch.

Anmerkung:

Ein „Riemen“ ist das Rückenstück eines Rindes und liegt neben dem „Lendbraten“; „ausgekernt / ausgekörnt“ bedeutet wohl „ausgelöst“, also ohne Knochen. Es eignet sich zum Dünsten.

Transkription:

Andrea Sobieszek

Zitierempfehlung:
Andrea Sobieszek (Transkription): "Rindfleisch auf eine andere weise / besonders zu kochen.", in: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 09, Nr. 087,
online unter: https://gastrosophie.sbg.ac.at/kbforschung/r-datenbank/?rdb_rezepte=rindfleisch-auf-eine-andere-weise-besonders-zu-kochen (10.08.2022).

Datenbankeintrag erstellt von Andrea Sobieszek.