Pfetter= Rüblein von Mandeln.

Aus: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 13, Nr. 127

Originalrezept:

ZIehet einen Vierding Mandeln ab / giesset ein Rosenwasser daran / lassets zwey Stunden lang stehen / seihet das Wasser herab; stossets mit einer Semmel= Brosam / so zuvor mit denen Mandeln in das Rosenwasser eingeweicht worden / ab / zuckerts nach belieben / schlaget drey oder vier Eyerdottern daran / und machet davon einen Teig / welcher / so er zu lind oder dinn ist / kan gar leicht mit ein wenig geriebenen Semmel= Mehl geholffen werden: Die Prob ist diese / daß er nicht mehr an den Händen klebet; formiret so dann kleine Rüblein / denen Pfetter= oder Bayerischen gleich / daraus / bachets etwas kühl aus Schmaltz / daß sie nicht gar braun werden: Wann sie dann kalt sind / stecket einen frisch= oder dürren Rosmarin / oder auch was sonst beliebiges grünes darein / und legets auf eine Schüssel.

Anmerkung:

Pfetter- oder Bayrische Rüben sind eine Art Steckrüben, also eher rundlich. In der Barockzeit bildete man gerne Tiere oder Früchte aus Teig oder Zuckerwerk nach, so wie im vorliegenden Rezept; der dekorative Effekt war ein wichtiger Aspekt der barocken Tafel.

Transkription:

Andrea Sobieszek

Zitierempfehlung:
Andrea Sobieszek (Transkription): "Pfetter= Rüblein von Mandeln.", in: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 13, Nr. 127,
online unter: https://gastrosophie.sbg.ac.at/kbforschung/r-datenbank/?rdb_rezepte=pfetter-rueblein-von-mandeln (22.01.2022).

Datenbankeintrag erstellt von Andrea Sobieszek.