Pfannen= Küchlein / oder Krapffen.

Aus: Neues Saltzburgisches Kochbuch (1718/19), Buch IIII-2 Kap. 5 Nr. 022

Originalrezept:

ERstlich nimm das schönste Mund= oder Oblat= Meel / saltz und machs in einem tieffen Geschirr mit süssem Ram / der so warm ist / daß man einen / Finger wol erleiden kann / schön glatt und so dünn an / als ein Kinds= Koch / doch aber / wann der Taig mit dem warmen Ram / wie ein Strauben= Taig in der Dicke ist / schlage 4. oder6. Eyer / nach Proportion des Taigs darein / und hernach / mache ihn mit dem übrigen warmen Ram noch dünner; nimm ein wenig Schmaltz in eine breite Pfann / wie zu einer Fridada, laß heiß werden / aber nicht gar zu viel / setze die Pfann auf einen warmen Aschen / schütte den Taig darein / zwey oder drey Finger dick / gib übersich auch Glut auf einer Decken / drückne den Taig / daß er doch noch weiß bleibt / hernach setze die Pfann vom Feuer mit dem Taig; und wann du unterdessen ein Schmaltz wohl tieff in einer andern Pfannen hast heiß gemacht / schneide 2. Finger breite Strützlein aus dem Taig / unten und oben / auch in der Mitten mache Ritzlein oder Schnittlein darein / und bachs schön kühl und langsam; Sie lauffen groß auf / und werden rogel; doch solle dieser Taig in dem Drücknen nicht angebrennt werden / und nach dem Drücknen nicht gar erkalten / biß er gebachen wird.

Transkription:

Margit Gull

Zitierempfehlung:
Margit Gull (Transkription): "Pfannen= Küchlein / oder Krapffen.", in: Neues Saltzburgisches Kochbuch (1718/19), Buch IIII-2 Kap. 5 Nr. 022,
online unter: https://gastrosophie.sbg.ac.at/kbforschung/r-datenbank/?rdb_rezepte=pfannen-kuechlein-oder-krapffen (14.08.2022).

Datenbankeintrag erstellt von Margit Gull.