Pasteten von jungen Capauneln.

Aus: Bewehrtes Koch-Buch (1759), N. 297

Originalrezept:

Nimm 3. oder 4. junge Capäuneln, lasse einen starken Wein oder Essig siedend werden, nimm auch von unterschiedlichen Gewürz darein, giesse es dem lebendigen Capäunel durch einen Trachter in einen Löffel=voll, und binde den Hals geschwind mit einem Spagat zusammen, ziehe dem Capäunel die Haut ab mit samt denen Federn, wie denen Häseln, richte es auf folgende Art: Die Brüst hervor gebogen, gespeilet zweymalen, daß sie heraus kommen wie die junge Häseln, sauber gespiktl, mit gestossenen Cronawettbeeren und Kim(m) bestreuet, und gut eingebeizt, lasse es 1. oder 2. Täg ligen, hernach mache die Pasteten, nimm auf die Tafel 2. Pfund Mehl, drey Vierting Butter in die Mitten geschnitten, und mit siedendem Wasser den Butter abgebrennt, mache den Taig schön vest zusammen; keine Eyer kommen nicht darzu: mache in der Pasteten den Form, wie eine Hasen=Pasteten, belege die Häsel mit Lemoni=Schälern, Roßmarin, spanisch Kudelkraut, Butter, und gewürzt, Milchreim. Richte unterdessen den Back=Ofen, und anderthalb Stund gebacken, mache ein gutes dickes Capri=Süppel, und gib es darüber.

Transkription:

Julian Bernauer

Zitierempfehlung:
Julian Bernauer (Transkription): "Pasteten von jungen Capauneln.", in: Bewehrtes Koch-Buch (1759), N. 297,
online unter: https://gastrosophie.sbg.ac.at/kbforschung/r-datenbank/?rdb_rezepte=pasteten-von-jungen-capauneln (01.10.2022).

Datenbankeintrag erstellt von Julian Bernauer.