[Ochsenlungen Braten in einer Pasteten.]

Aus: Ein new Kochbuch (1581), Kapitel 14, Nr. 01

Originalrezept:

NIm(m) ein Ochsenlungen Braten / steck jn an vnd brat jhn / vnd wenn er halb gebraten ist / so mach jn eyn in Ruckenteig / in eine auffgetriebene Pasteten / hack Limonien / Zwibel vn(d) Speck durcheinander / thu es in die Pasteten vber den Lungen Braten / thu Pfeffer / Ingwer / ein wenig Neglein / vnnd ein wenig Saltz darüber / machs zu / vnd laß backen / schüt durch das Lufftloch ein angemachten Pfeffer / so wirt es gut vnd wolgeschmackt.

Anmerkung:

Mit dem „angemachten Pfeffer“ ist nicht das Gewürz gemeint, sondern eine durch Tierblut schwarz gefärbte und gut gewürzte Sauce, die mit Wein oder Essig angesäuert wurde, damit das Blut nicht gerinnt.
Sie wurde erst nach dem Backen durch das Luftloch hinzugefügt, denn sonst wäre die Gefahr des Durchweichens des Teigbodens zu groß gewesen; Pasteten mit zu saftiger Fülle werden nicht gar, der Teig „bleibt sitzen“ und ist halb roh.

Transkription:

Andrea Sobieszek

Zitierempfehlung:
Andrea Sobieszek (Transkription): "[Ochsenlungen Braten in einer Pasteten.]", in: Ein new Kochbuch (1581), Kapitel 14, Nr. 01,
online unter: https://gastrosophie.sbg.ac.at/kbforschung/r-datenbank/?rdb_rezepte=ochsenlungen-braten-in-einer-pasteten (19.01.2022).

Datenbankeintrag erstellt von Andrea Sobieszek.