Neunaugen / wie man sie allhier fangt / oder bekommt / seynd klein / aber wolgeschmack / und richtet man sie / wie folgt:

Aus: Neues Saltzburgisches Kochbuch (1718/19), Buch IIII-1 Kap. 06 Nr. 035

Originalrezept:

WIrff die Neunaugen / nachdem sie sauber geklaubt / in einen tieffen Hafen / gieß sied= heisses Wasser daran / und rühre sie mit einem umgekehrten Koch= Löffel wol untereinander / daß der Schleim darvon kommt / seihe das warme Wasser ab / und giesse frisches daran / und wann sie abgewaschen / so stutze sie auf einem Brett bey dem Kopff und Schweiffein wenig hinweg / die gestutzte Fisch aber / wirff wieder in frisch Wasser / so geht das Blut darvon ; setze gesaltzen Wasser / Essig und Wein / in einer kupffern und verzinnten Pfannen / oder Casserol / aufs Feuer / und wann es siedt / die Neunaugen darein / und lasse es einen kurtzen Sud herüber thun / mit frischen Wasser abgeschröckt / vom Feuer gehebt / und auf das Serviete (wann es Zeit ist) angericht / mit Wein= Eßig gesprengt / und mit grünen Kräutlein bestreut.

Anmerkung:

Man kan in den Sud ein Lorbeer= Blättlein / Rosmarin / Zwibel und Lemoni= Schelffen legen : wer will / kan auch Eßig und Oel / mit Pfeffer á partedarzu geben / oder auch ein saure Soß / von gestossenen grünen Petersil / mit Pfeffer / Essig und geweichter Semmel durchgetrieben ; welches auch also kan von Kerbl= Kraut / oder jungen Korn / gemacht werden ; oder auch dergleichen Knoblauch= Soß ; unter die grüne / wird auch zu Zeiten Zucker genommen und saur oder süß gegeben.

Transkription:

Lotte Caglar

Zitierempfehlung:
Lotte Caglar (Transkription): "Neunaugen / wie man sie allhier fangt / oder bekommt / seynd klein / aber wolgeschmack / und richtet man sie / wie folgt:", in: Neues Saltzburgisches Kochbuch (1718/19), Buch IIII-1 Kap. 06 Nr. 035,
online unter: https://gastrosophie.sbg.ac.at/kbforschung/r-datenbank/?rdb_rezepte=neunaugen-wie-man-sie-allhier-fangt-oder-bekommt-seynd-klein-aber-wolgeschmack-und-richtet-man-sie-wie-folgt (19.01.2022).

Datenbankeintrag erstellt von Lotte Caglar.