Muscatzinen.

Aus: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 17, Nr. 030

Originalrezept:

KLaubet ein halb Pfund Mandeln / daß nichts unreines darinnen bleibet / dann sie dürffen nicht abgeschählet oder abgezogen werden ; reibets dann mit einem reinen Tuch wohl ab / nehmet so viel Zucker / als der Mandeln / stossets mit einander gröblicht / doch auf einmal mehr nicht / dann eine Hand voll Mandeln / und ein Stücklein Zucker / dann sie stossen sich sonst sehr ungleich ; wiewol sie andere nur zu hacken pflegen : Schneidet dann ein Loth Zimmet / und eine Muscatnuß klein / mischets darunter / wie auch Ingber / Negelein / Muscatenblüh / jedes ein Quint / und ein halb Quint Pfeffer / alles gestossen / ingleichen auch die würfflicht= und klein= geschnittene Schelffen von einer halben / oder auch gantzen Citronen ; drucket etwas von dem Safft der Citronen darein / schlaget ein oder zwey frische Eyer daran / und rühret solches wohl durcheinander / biß er feucht wird ; walchert den Teig ein wenig auf einem Tisch oder Bret mit Mehl aus / doch also / daß deß Mehls nicht zu viel darunter komme / noch auch der Teig von dem Citronen= Safft und Eyern gar zu hart benetzet werde ; schneidet Stücklein daraus / so groß als mans etwan auf einmal nöthig hat / drucket eines nach dem andern / in den mit Mehl bestreuten Model / kehret aber besagtes Mehl / vermittelst eines Pinseleins / zuvor wieder heraus ; legets auf ein mit Mehl bestreuetes Kupffer= Blech / setzets in Ofen / und lassets bachen ; wann sie dann aufgehen so sind sie fertig.*

* Etliche pflegen diese Muscatzinen / wann sie aus dem Model kommen / auf ein Oblat zu legen/ und alsdann zu bachen / wiewol man sie auch über Nacht / oder doch etliche Stunden / kan stehen lassen / und erst den andern Tag abbachen ; da sie einen gemeinen  von Zucker und Rosen= Wasser angemachten / oder aber vorbeschriebenen / Zimmet= Spiegel darüber. Der Model zu diesen Muscatzinen ist gemeiniglich / wie zwey mit dem breiten Theil aneinander stossende Jacobs= Muscheln / so sich in der mitten mit einem Bund vereinigen / geschnitten.

Transkription:

Sepp Meister, Steffi Schinagl

Zitierempfehlung:
Sepp Meister, Steffi Schinagl (Transkription): "Muscatzinen.", in: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 17, Nr. 030,
online unter: https://gastrosophie.sbg.ac.at/kbforschung/r-datenbank/?rdb_rezepte=muscatzinen (27.01.2022).

Datenbankeintrag erstellt von Lukas Fallwickl.