Moͤrser kuͤchen

Aus: M I 128 (15. Jhdt.), Nr. 35

Originalrezept:

[327r ] WIl du machn̄ guͤt moͤrser kuͤchn̄ so sneÿd
semel wuͤrfflat vn̄ kloph aÿer klain̄
und tue dan̄ semel dar vnder vn̄ sneÿd
muskatt dar vnder vn̄ ander stuph vnd
mach ez gelt vn̄ slach dan̄ gepratnew aÿʾ
huͤnr dar vnder Ob du der huͤnrn̄ nicht
hast So nembst tawben oder du magst auch
nemmē leber maͤgel fuͤssel vn̄ tuͤ dan̄ ein
smalcz ÿn den moͤrser vn̄ setzs ez auff ein̄
gluͤtt und geuss dan̄ vil dar ein vn̄ lass
pachn̄ vn̄ gib ess dan̄ hin̄ den̄ herrn̄

Übersetzung:

Mörserkuchen

Willst du einen guten Mörserkuchen machen, dann schneide Semmeln würfelig und versprudle Eier. Misch dann die Semmelstücke unter die Eimasse, gib Muskat und andere Gewürze dazu, färbe es gelb und mische gebratenes Hühnerfleisch darunter. Wenn du kein Hühnerfleisch hast, nimm Tauben oder auch Leber, Magen oder Füße. Dann gib Schmalz in einen Mörser, setz ihn auf die Glut und gieß dann eine gehörige Portion hinein. Lass es backen und serviere es den Herren.

Transkription:

Beatrix Koll

Zitierempfehlung:
Beatrix Koll (Transkription): "Moͤrser kuͤchen", in: M I 128 (15. Jhdt.), Nr. 35,
online unter: https://gastrosophie.sbg.ac.at/kbforschung/r-datenbank/?rdb_rezepte=mo%cd%a4rser-ku%cd%a4chen (18.01.2022).

Datenbankeintrag erstellt von Marlene Ernst.