Mandel=Taig / wie solcher anzumachen.

Aus: Neues Saltzburgisches Kochbuch (1718/19), Buch II-2 Kap. 3 Nr. 001

Originalrezept:

NImm auf ein Pf. klein=gestossene Mandel / ein halb Pf. klein gestossenen und gefähten Zucker / legs zusammen in ein darzu bequemes Geschirr / und treibe es mit einem starcken Kochlöffel wohl unter einander ab / darnach schlag 20. gute und zimmlich grosse Eyer nach und nach (aber im Anfang nicht gar zu geschwind) darein / und laß disen Taig durch ein eigen Mensch / wenigst eine Stund lang / allzeit auf einer Seiten wohl umrühren / biß endlich die 20. Eyer gar darein gerührt seynd / so wird der Taig schön faimig und fertig seyn; dann bestreiche die darzu gehörige blecherne Mödel mit zerlassenem Butter / und gieß den Taig / aber nicht gar voll darein / und bache ihn nicht zu heiß / auch nicht gar zu kalt / sonst steigt er über den Model heraus / und rinnet ab / wann er mittelmäßige Hitz hat / so geht er schön auf / und wird gantz rogel und subtil / wer gern will / der laßt etliche Eyerklar aus / und nimmt die Dotter darfür / und gibt einen Geruch mit Lemoni=Schaalen / Rosen= oder Zimmet=Wasser / so bald der Dorten gebachen / so kehre ihn mit Vortheil um / daß er gantzer aus dem Model gehet / dann bestreu ihn sammt der Schüssel mit Zucker / oder mach nach Belieben ein Eyß darauf / und regaliers / so gut du kanst / und trags zu Tisch.
Diser Taig dienet auch in alle offne Dorten / die ohne Luck und Ausschnitt gebachen werden / wie auch in die mürbe aufgesetzte und andere Dorten.

Transkription:

Magdalena Bogenhuber

Zitierempfehlung:
Magdalena Bogenhuber (Transkription): "Mandel=Taig / wie solcher anzumachen.", in: Neues Saltzburgisches Kochbuch (1718/19), Buch II-2 Kap. 3 Nr. 001,
online unter: https://gastrosophie.sbg.ac.at/kbforschung/r-datenbank/?rdb_rezepte=mandeltaig-wie-solcher-anzumachen (11.08.2022).

Datenbankeintrag erstellt von Magdalena Bogenhuber.