Mandel= Kräntzlein / noch anderst.

Aus: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 17, Nr. 106

Originalrezept:

NEhmet einen Vierding / oder Viertel= Pfund / abgeschählte Mandeln / hacket sie klein / rühret drey Loth Zucker daran / schlaget das Weisse von einem Ey darunter / und rühret alles durch einander; schneidet Oblaten zu runden Plätzlein / leget das Gehäck darauf / formirets wie ein Kräntzlein / lassets aber in der mitten hohl: legets hernach auf ein Blech / bachets in einer gähen Hitze / biß sie oben her schön gelblicht seyn; brechet die Oblat in der mitten durch / bestreichet die Kräntzlein mit einem Eiß / und überstreuet sie mit zerschnittenen Blümlein / leibfarben Negelein / gelben Veil / blauen Rittersporn / gefeinten Röslein / und gröblicht= zerstossenem Candi= Zucker / daß sie gläntzend sehen: stellets hernach wieder ins Oefelein / macht es aber nicht zu / sonst bekommen sie Blattern oder Blasen. *

* Es ist aber dabey zu erinnern / daß man den Zucker auch zuvor / wann man will / läutern / alsdann die Mandeln und etwas Gewürtz darunter rühren / auch auf diese weise grosse Kräntze von Mandeln machen könne.

Anmerkung:

Leibfarbene Negelein = rote Nelken; gelber Veil = gelbe Violen (Stiefmütterchen); mit den oftmals erwähnten gefeinten Röslein sind wohl feine Röslein gemeint.

Transkription:

Andrea Sobieszek

Zitierempfehlung:
Andrea Sobieszek (Transkription): "Mandel= Kräntzlein / noch anderst.", in: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 17, Nr. 106,
online unter: https://gastrosophie.sbg.ac.at/kbforschung/r-datenbank/?rdb_rezepte=mandel-kraentzlein-noch-anderst (18.08.2022).

Datenbankeintrag erstellt von Andrea Sobieszek.