Mandel= Kräntze.

Aus: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 17, Nr. 107

Originalrezept:

NEhmet zwey Pfund Mandeln / und ein Pfund Zucker / ziehet die Mandeln ab / und schneidet oder hacket sie gröblicht / den Zucker aber raitelt durch ein zartes Sieblein / und rühret ihn unter die Mandeln (wiewol man auch nur nach dem Mund den Zucker dazu thun / und so dessen etwan zuviel zu seyn bedunckte / noch etwas davon lassen kan) feuchtet dann beedes / die Mandeln und den Zucker / mit Rosenwasser an / rühret von zweyen Eyern das Weisse / wohl zerklopfft / nach und nach darunter / doch also / daß es nicht zu feucht werde / deßwegen man allezeit noch helffen / und von dem Weissen vom Ey noch wol etwas überlassen kan: rühret dann / nach belieben / klein= geschnittene Citronen= Schelffen darunter / leget alsdann den Teig auf die Oblaten nach der aufgesetzten Form / wie mans verlangt / groß oder klein; auch kan man mehr als einen Krantz davon aufrichten / den ersten groß / und die andern immerzu kleiner. Will man aber die Kräntze gar groß / und viel auf einander haben / so muß man des Teigs oder Zeugs auch mehr anmachen: Wann sie nun auf die Oblaten geleget worden / werden sie auf einem Blech / in dem Ofen / schön gäh abgebachen / alsdann mit Rosenwasser und Zucker ein Eiß angemacht / die Kräntze / wann sie aus dem Ofen kommen / damit überstrichen / und noch ein wenig an einen warmen Ort gestellet / damit sie rösch bleiben. *

* Von diesem Zeug kan man auch Lilien / Hertze / Kleeblätter / halbe Monden / oder was man selbst verlangt / auf Oblaten formen / in dem Ofen schön hell abbachen / und / nach belieben / wie die Kräntze übereisen.

Transkription:

Andrea Sobieszek

Zitierempfehlung:
Andrea Sobieszek (Transkription): "Mandel= Kräntze.", in: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 17, Nr. 107,
online unter: https://gastrosophie.sbg.ac.at/kbforschung/r-datenbank/?rdb_rezepte=mandel-kraentze (20.01.2022).

Datenbankeintrag erstellt von Andrea Sobieszek.