Leber= Knötlein

Aus: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 10, Nr. 073

Originalrezept:

LÖset oder äderet die gröste Adern an einer Kalbs= Leber fleissig aus / hacket die Leber wohl klein / und etwas frischen Speck oder Rinds= Marck darunter; thut gerieben= und geröstetes Semmelmehl und etwas Weinbeerlein oder Corinthen dazu / schlaget zwey oder drey Eyer daran / würtzets und saltzets nach Nothdurfft; wer es süß verlangt / kan etwas Zucker darein streuen: formiret dann Knötlein daraus / die nicht gar zu groß sind / legets in eine siedende Fleischbrüh / und lassets sieden / doch nicht zu lang / damit sie nicht zu hart werden. **

** Bey diesen Knötlein kan man zwar so wol das Marck als den Speck gantz davon lassen / jedoch werden sie vom Marck etwas milder: Absonderlich aber ist zu erinnern / daß / wann das geröstete Brod unter die Füll gemischet wird / man selbige nicht alsobald zusammen mache / und Knötlein daraus formire / sondern etwas stehen und ruhen lasse / weil sie sonst gerne zerfahren. Man kan auch nur von Lamms= Geiß= oder Gans= Leberlein solche Knötlein machen; und / an statt deß Speck und Marcks / ein wenig gehacktes Petersilien= Kraut im Schmaltz rösten / und darunter rühren.

Transkription:

Margit Gull

Zitierempfehlung:
Margit Gull (Transkription): "Leber= Knötlein", in: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 10, Nr. 073,
online unter: https://gastrosophie.sbg.ac.at/kbforschung/r-datenbank/?rdb_rezepte=leber-knoetlein (22.01.2022).

Datenbankeintrag erstellt von Margit Gull.