Krebs= Schöttel.

Aus: Neues Saltzburgisches Kochbuch (1718/19), Buch IIII-1 Kap. 09 Nr. 038

Originalrezept:

DIe frich= gemachte Krebs= Schöttel / gibt man / so es beliebt / in der Schüssel / wenig zerschnitten / mit einer subtilen gelb oder rothen Butter= Brühe / oder man laßts wol trucken abseihen / schneids zu Schnitz / kehrts in Meel um / und bachts / und gibts in einer süssen Weinbeerlein= Brühe / mit Zucker und Zimmet bestreut.

Anmerkung:

  • „frich= gemachte“ (sic), sollte „frisch“ heißen.
  •  Im Hagger wird das Grundrezept eines „Eyer-Schöttels“ beschrieben (Buch IIII-2 Kap. 01 Nr. 026): Man versprudelt gesäuerte Milch mit Eiern und lässt sie durch Kochen gerinnen. Danach lässt man die Masse in einem Schöttelkorb / Haarsieb abtropfen, sodass schließlich ein mehr oder weniger fester „Eyer-Käß“ entsteht, also ein fester Topfen oder Schotten. Von der Zubereitung und Konsistenz her ähnelt der Eierkäs dem Sojaprodukt Tofu. Das Krebs-Schöttel wird zusätzlich durch gestoßene Krebse rot gefärbt.

Transkription:

Andrea Sobieszek

Zitierempfehlung:
Andrea Sobieszek (Transkription): "Krebs= Schöttel.", in: Neues Saltzburgisches Kochbuch (1718/19), Buch IIII-1 Kap. 09 Nr. 038,
online unter: https://gastrosophie.sbg.ac.at/kbforschung/r-datenbank/?rdb_rezepte=krebs-schoettel (21.01.2022).

Datenbankeintrag erstellt von Andrea Sobieszek.