Krebs= Eüttl / oder das roth oder weisse Krebs= Schöttel.

Aus: Neues Saltzburgisches Kochbuch (1718/19), Buch IIII-1 Kap. 09 Nr. 027

Originalrezept:

KRebs= Eüttl / oder das roth oder weisse Krebs= Schöttl / ist auch bey den Fasten= Suppen / bey denen Krebsen zu finden.

Anmerkung:

  • Eüttl ist offensichtlich dasselbe wie Schöttl; der Begriff findet sich in dieser Form sonst nirgendwo und ist vielleicht eine regionale Variante.
  • Allerdings wird im Vollständigen Nürnberger Kochbuch (1691) Schritt für Schritt die Herstellung eines festen Eierschöttels beschrieben, wobei das Rezept als „Euter von Eyern“ (!) vorgestellt wird – vielleicht, weil es in Farbe und Konsistenz einem Kuheuter gleicht und in längliche Stücke geteilt wird. (Teil 11, Nr. 026)
  • Auch im Hagger wird das Grundrezept eines Eierschöttels beschrieben, wobei es dort als „Eyer= Käß“ bezeichnet wird (Buch IIII-2 Kap. 1 Nr. 026): Man versprudelt gesäuerte Milch mit Eiern und lässt sie durch Kochen gerinnen. Danach lässt man die Masse in einem Schöttelkorb / Haarsieb abtropfen, sodass schließlich ein mehr oder weniger fester „Eyer-Käß“ entsteht, also ein fester Topfen oder Schotten. Von der Zubereitung und Konsistenz her ähnelt der Eierkäs dem Sojaprodukt Tofu. Das Krebs-Schöttel wird zusätzlich durch gestoßene Krebse rot gefärbt

Kategorisierung:

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Hauptzutaten:

Transkription:

Andrea Sobieszek

Zitierempfehlung:
Andrea Sobieszek (Transkription): "Krebs= Eüttl / oder das roth oder weisse Krebs= Schöttel.", in: Neues Saltzburgisches Kochbuch (1718/19), Buch IIII-1 Kap. 09 Nr. 027,
online unter: https://gastrosophie.sbg.ac.at/kbforschung/r-datenbank/?rdb_rezepte=krebs-euettl-oder-das-roth-oder-weisse-krebs-schoettel (25.01.2022).

Datenbankeintrag erstellt von Andrea Sobieszek.