[Krapffen auß einem Manscho Blancko vom Kappaunen.]

Aus: Ein new Kochbuch (1581), Kapitel 03, Teil 20, Nr. 40

Originalrezept:

Mach ein Teig mit warmen Wasser vnnd Butter / nim(m) auch ein schönes Mehl darzu / saltz den Teig wol an / mach jn nicht zu dick / auch nicht zu dünn / daß du jn kanst außtreiben mit eine(m) Walger. Nim(m) von dem Manscho Blancko / schlags in den Teig / vnnd mach Krapffen darauß / schneidt es darnach ab mit einem Rädtlein / nim(m) Butter / mach sie warm / vn(d) backs fein kül auß der Butter / so werden sie fein resch / Richt sie flugs geschwindt an / vnd gibs auff ein Tisch / besträw es mit Zucker / so ist es lieblich vnnd gut zu essen.

Anmerkung:

Zum Herausbacken wird normalerweise Butterschmalz verwendet, da Butter verbrennen würde. Rumpolt nennt dies aber nicht Schmalz wie im Nürnberger Kochbuch oder bei Hagger, sondern Butter. Wenn er tatsächlich Butter meint, spricht er von „frischer“ bzw. „ungeschmältzter“ Butter, die zum Verfeinern von Speisen meist vor dem Anrichten hinzugefügt wurde.

Butterschmalz kann stärker erhitzt werden als Butter und ist außerdem weitaus haltbarer als Butter, die schnell ranzig wird; beide Aspekte waren in der damaligen Küche gleichermaßen wichtig.

Transkription:

Andrea Sobieszek

Zitierempfehlung:
Andrea Sobieszek (Transkription): "[Krapffen auß einem Manscho Blancko vom Kappaunen.]", in: Ein new Kochbuch (1581), Kapitel 03, Teil 20, Nr. 40,
online unter: https://gastrosophie.sbg.ac.at/kbforschung/r-datenbank/?rdb_rezepte=krapffen-auss-einem-manscho-blancko-vom-kappaunen (29.01.2022).

Datenbankeintrag erstellt von Andrea Sobieszek.