Kohl= Ruben oder Ruben= Kohl zu kochen.

Aus: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 10, Nr. 187

Originalrezept:

NEhmet Kohl = Ruben / schneidet oben die grünen Blätter herab / schählet sie / gleich wie die weisse Ruben / machet aber rechte dicke Schelffen ; alsdann schneidets Plätzlein = weiß / und  legts in ein Wasser : man kan auch von dem Grünen / so man oben hinweg schneidet / nur die Hertzlein heraus nehmen / und aus dem Wasser zusamt denen Plätzlein waschen ; giesset alsdann in einen Hafen ein siedendes Wasser darüber / und last sie eine weile sieden / doch also / daß sie nicht gar zu weich werden : alsdann giesset das Wasser davon herab / leget die Kohl = Ruben und Hertzlein / oder grüne Dorschen / in einen stollichten Hafen / schüttet Fleischbrüh daran / brennet ein wenig Mehl darein ; allein wann das Mehl in dem Pfännlein bereits schön geröstet ist / kan man zuvor ein wenig Fleischbrüh dazu giessen / das Mehl schön glatt anzwiren / und also in dem Pfännlein einen Sud mit aufthun lassen / so wird die Brüh etwas dicklicht / dan ngiessets über die Kohl = Ruben / würtzets mit Pfeffer / Ingber / Muscatnuß und Muscatblüh / lassets also eine weile mit einander sieden ; und wann mans schier anrichten will / thut ein gut theil Butter daran / und lassets noch einen Sud mit aufthun ; indessen übergiessets mit der Brüh einmal oder etliche / daß es ein dickes Brühlein werde : Gantz zuletzt kan man / so es gefällig / ein wenig Milchram an die Brüh rühren / und nur einen einigen Wall mit aufthun lassen / alsdann in eine Schüssel anrichten / und Muscatblüh oder Muscatnuß darauf streuen.

Transkription:

Maximilian Schmidauer

Zitierempfehlung:
Maximilian Schmidauer (Transkription): "Kohl= Ruben oder Ruben= Kohl zu kochen.", in: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 10, Nr. 187,
online unter: https://gastrosophie.sbg.ac.at/kbforschung/r-datenbank/?rdb_rezepte=kohl-ruben-oder-ruben-kohl-zu-kochen (21.01.2022).

Datenbankeintrag erstellt von Maximilian Schmidauer.