Käß= Küchlein.

Aus: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 13, Nr. 023

Originalrezept:

NEhmet halb Edamer= und halb Parmasan= oder aber /  wann man die Küchlein recht gut haben will / lauter Parmasan= Käß (wiewol man auch einen etwas schlechten / jedoch nicht viel / mit untermischen kan ) reibet ihn gar klein / und rädelt oder stäubet selbigen zuvor durch einen Seiher / daß das grobe davon komme / etliche reiben ihn den Tag vorher / damit er ein wenig dörr werde ; dann nehmet den dritten theil so viel Oblaten= oder ein anderes schönes weisses Mehls / als des Käses ist / und rührets unter einander : Indessen schlaget Eyer in einen Hafen aus / so viel man ungefehr vermeint / daß man von nöthen habe / zerklopffet solche / und lassets durch einen Seiher lauffen ; alsdann machet den Teig damit etwas dicker an / als den gebrennten Küchleins= Teig ; ist er zu leiß gesaltzen von Käß / kan man allezeit helffen : man muß aber den Teig nicht gar zu dick machen / damit er etwas lehn bleibe : Wann man nun die Käß= Küchlein wie Birn / oder auch rund formiren will / so feuchtet jedesmal die Hand mit kaltem Wasser an / sowerden sie auswendig fein glatt ; man pfleget auch je zuweiln mit schönem Weitzen= Mehl die Hände zu reiben / so dann ein wenig schmaltzig zu machen / und die Küchlein darinnen zu formiren : Oder man nimmt auch wohl ein wenig rothes Bier oder Wein / und schmieret die Hände damit / dann sie sollen davon eine schöne Rinden bekommen. Nach diesen machet man ein Schmaltz in einer Pfannen heiß / und bächt die Küchlein langsam heraus / zu erst aber muß man ihnen eine starcke Hitz geben / und immerzu die Pfannen vom Feuer hinweg thun / und in der Runden herum schwingen: Zuletzt haltet die Pfannen wieder ein wenig übers Feuer / und wann sie schön licht= gelb heraus gebachen / leget sie auf ein schönes Papier / und lassets ein wenig hin und wieder lauffen / so werden sie gar schön. Etliche giessen etwas Milch zu den Käß= Küchlein / oder auch ein klein wenig Wein unter dem Teig / vermeinend daß sie davon schön löchericht werden sollen.

Transkription:

Sepp Meister, Steffi Schinagl

Zitierempfehlung:
Sepp Meister, Steffi Schinagl (Transkription): "Käß= Küchlein.", in: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 13, Nr. 023,
online unter: https://gastrosophie.sbg.ac.at/kbforschung/r-datenbank/?rdb_rezepte=kaess-kuechlein (29.01.2022).

Datenbankeintrag erstellt von Lukas Fallwickl.