Kälberne Rieblein zu braten.

Aus: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 05, Nr. 061

Originalrezept:

LAsset von einem Kalbs= Rücken nur die Rieblein vornen herab hauen ; beitzet selbige in Essig ein / wiewol man sie auch ungebeitzt / gantz frisch / braten kan ; saltzet und pfeffert sie wohl / bratets in einer Bratpfannen / oder auch auf einem Rost / wiewol sie in der Bratpfannen mürber und safftiger werden ; zudem / wann man sie gleich auf dem Rost braten will / muß man sie doch zuvor in eine Bratpfannen oder Schüssel legen / und darinnen mit Schmaltz betreiffen / hernach erst auf den Rost legen / mit Butter bedupffen / und also schön abbraten : Wann sie aber in der Bratpfannen gebraten werden / kan man einen Essig / und nur ein klein wenig Wasser / damit sie nicht zu gesaltzen werden / wie auch etwas Bachschmaltz in die Bratpfannen thun / die Rieblein dazu hinein legen / immerzu / mit fleissigen umwenden / braten lassen / und zuletzt ein wenig mit Butter schmieren : So es beliebt / kan man auch unten in die Bratpfannen gleich anfangs ein wenig Rosmarin und Lorbeer= Blätlein legen / und zuletzt etwas von Rosen= Essig darein giessen / so werden sie gar wohlgeschmack : wann nun die Rieblein schön licht abgebraten / legt man sie in eine Schüssel / und giesset etwas von der Brüh aus der Bratpfannen darüber / oder man kan ein wenig Mehl im Schmaltz rösten / eine Fleischbrüh / Holler= oder Rosen= Essig daran giessen / allerley gute Gewürtz darein streuen / und solches zusammen aufsieden lassen ; zu letzt ein Stücklein Butter hinein thun / und dann diese Brüh über die Rieblein richten. *

* Man kan von einem Schweinernen Braten eben auch solche Rieblein hauen lassen / und auf diese weise zurichten.

Transkription:

Sepp Meister, Steffi Schinagl

Zitierempfehlung:
Sepp Meister, Steffi Schinagl (Transkription): "Kälberne Rieblein zu braten.", in: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 05, Nr. 061,
online unter: https://gastrosophie.sbg.ac.at/kbforschung/r-datenbank/?rdb_rezepte=kaelberne-rieblein-zu-braten (27.11.2022).

Datenbankeintrag erstellt von Lukas Fallwickl.