Kälbern Braten in ein Duba eynzubeissen.

Aus: Ein new Kochbuch (1581), Kapitel 01, Teil 04, Nr. 39

Herkunftsbezeichnung(en): Österreichisch

Originalrezept:

Nim(m) den Kälbern Braten sampt den Nieren / schel Knobloch / vnd stoß jn / vnd wenn du jn zerstossen hast / so zerlaß jhn mit Essig vnnd Wasser / daß du vermeinest / daß es vber den Braten gehet / vnnd wenn du den Braten wilt darein legen / so saltz den Essig vnd das Wasser / bestich den Braten mit einem Messer / vnd leg jn darnach in die Brüh / vnd laß vber Nacht darinnen ligen / so wirt die Brüh durchbeissen mit dem Knobloch / Nim(m) auch ein dürres Kraut / das man nennet Origanum / thu es darein / so gibt es  jm ein wolgeschmack / Vnd wenn du jn wilt anstecken / so nim(m) jn auß der Brüh / vnd saltz jn widerumb eyn / saltz jn doch nicht sehr / vnnd laß jn braten / nim(m) die Brüh / darinnen der Brat gelegen ist / schöpff sie oben herab / sampt dem dürren Kraut / vnd nim(m) frische vnzerlassene Butter / vnd thu sie in die Brüh / vnd laß darmit sieden / vn(n) wenn es gesotten hat / so setz es vnter den Nierenbraten / vnd begeuß / daß wider in das Geschirr rinnet / vnnd in die Brüh treufft das Fett von den Nieren / so wirt es davon wolgeschmack / vnd wenn du den Braten wilt anrichten / so gieß die Brüh darüber / vnnd pfeffers ein wenig mit gestossenem Pfeffer / ist es sehr gut vnnd wolgeschmack / so essens die Herren von Österreich gern. Vnnd man nennet es ein Braten in ein Duba zugericht / vnnd ist ein herrlichs Essen.

Transkription:

Sepp Meister, Steffi Schinagl

Zitierempfehlung:
Sepp Meister, Steffi Schinagl (Transkription): "Kälbern Braten in ein Duba eynzubeissen.", in: Ein new Kochbuch (1581), Kapitel 01, Teil 04, Nr. 39,
online unter: https://gastrosophie.sbg.ac.at/kbforschung/r-datenbank/?rdb_rezepte=kaelbern-braten-in-ein-duba-eynzubeissen (04.12.2022).

Datenbankeintrag erstellt von Maximilian Schmidauer.