Hüner oder Capaunen in einer Agrest oder Stachel= Beerlein= Brüh / auf andere Art.

Aus: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 09, Nr. 014

Originalrezept:

SIedet das Hun wie man es sonsten zu sieden pflegt; indessen nehmet weiß= gerieben Brod / oder eine Semmel= Brosam / oder auch gebähte Semmelschnitten / giesst in einem Häfelein eine Fleischbrüh und etwas wenigs Essig daran; nehmet auch ein wenig halb= zeitige Stachel= oder Agrest= Beerlein / putzet und waschet selbige / lassets also mit einander sieden / biß das Brod und die Beerlein weich sind / zwinget sie durch / und thut ein paar Löffel voll sauren Milchram daran / würtzt es auch mit Cardamomen und Muscatblüh / mischet noch mehr gantze Stachelbeerlein darunter / last also diese Brühe noch einmal / zuletzt aber ein Stück Butter / mit aufsieden / und richtets dann über die Hüner oder Capaunen. *

* Wer will / kan das Hun aus seiner eigenen Brühe heraus nehmen / in einen stollichten Hafen legen / und mit Zugiessung dieser zusamm= gemachten Brüh / entweder einen Sud aufthun lassen / oder aber diese Brüh besonders in einem Häfelein sieden / und alsdann über das Hun in der Schüssel anrichten; doch muß man zu letzt / so wol auf diese als jene Art / in der Brühe ein Stück Butter mit aufsieden lassen.

Transkription:

Andrea Sobieszek

Zitierempfehlung:
Andrea Sobieszek (Transkription): "Hüner oder Capaunen in einer Agrest oder Stachel= Beerlein= Brüh / auf andere Art.", in: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 09, Nr. 014,
online unter: https://gastrosophie.sbg.ac.at/kbforschung/r-datenbank/?rdb_rezepte=huener-oder-capaunen-in-einer-agrest-oder-stachel-beerlein-brueh-auf-andere-art (20.01.2022).

Datenbankeintrag erstellt von Andrea Sobieszek.