Hüner oder Capaunen in einem Gehäck.

Aus: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 09, Nr. 023

Originalrezept:

LAst ein Stuck Kalbfleisch / ( wozu das jenige / so von einer Kalbs= Keule oder Schlegel herab gehauen worden / das beste ist / ) eine viertel Stund lang sieden / hackt es dann zusamt ein wenig Marck wohl klein; thut es in einen Pasteten= Tiegel oder stollichten Hafen / streuet ein wenig Semmel= Mehl dazu hinein / wie auch klein= und würfflicht= geschnittene Limonien / Pfeffer / Cardamomen und Muscaten= Blüh / giesst eine Fleischbrüh / wie auch ein wenig Wein und Essig daran / legt die Hüner oder Capaunen / nach dem sie zuvor auf das schönste gebrühet und gewaschen / auch eingesaltzen und gewürtzet worden / darein / decket den Tiegel oder Hafen fleissig zu / und last es also mit einander eine Stund lang kochen und dampffen; zuletzt aber werfft mitten im Sud ein Stuck Butter darein: Wer aber das Gehäck gern süß haben wolte / kan es nach belieben zuckern; im anrichten aber pflegt man gemeiniglich klein= geschnittene Zitronen= Schalen darauf zu streuen. *

 

* Dieses Gehäck kan man auch / nach belieben / über Tanben und allerley Fleisch machen ; auch / nach gefallen / an und vor sich selbst auftragen und geniessen.

 

Anmerkung:

Mit „Tanben“ [sic] sind Tauben gemeint.

Transkription:

Waltraud Ernst

Zitierempfehlung:
Waltraud Ernst (Transkription): "Hüner oder Capaunen in einem Gehäck.", in: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 09, Nr. 023,
online unter: https://gastrosophie.sbg.ac.at/kbforschung/r-datenbank/?rdb_rezepte=huener-oder-capaunen-in-einem-gehaeck (15.08.2022).

Datenbankeintrag erstellt von Waltraud Ernst.