Hüner auf gemeine Art zu braten.

Aus: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 05, Nr. 023

Originalrezept:

WÜrget die Hüner / tröpffet sie sauber / daß der Kropff nicht zerrissen werde / brühet sie schön / lasset selbige etwas lang im kalten Wasser ligen ; dabey dann zu erinnern / daß man ja mit keiner Hand viel in das Wasser greiffen solle / weil sie sonst nicht so schön und weiß werden ; auch kan man / so es beliebt / die Füsse hinaus spreussen / wie bey denen Capaunen gedacht : wann nun die Hüner gebraten werden sollen / kan man eine Stund zuvor selbige sauber auswaschen / innen und aussen einsaltzen / und einwendig mit guter Gewürtz wohl einwürtzen ; auch werden sie gar wohlgeschmack / wann man einwendig ein frisches Sträußlein Rosmarin /  und ein paar Stenglein frischen Majoran / zusamt einigen Lorbeer= Blätlein hinein leget / und also eine weile ligen lässet : dann stecket man sie an / und schiebet oben / wann man will / die Mägenlein und Leberlein / zusamt einem Stücklein Butter / in den Hals hinein / betreifft sie einwendig ein wenig mit heissem Schmaltz / und aussen bedupfft mans immer mit Butter / lästs bey einem hellen Feuer schön abbraten ; auf die letzt / nachdem sie nochmal mit Butter betreifft worden / kan mans mit geriebenen Eyer= oder andern weissen Brod bestreuen / und alsdann noch ein wenig herum braten / daß sie schön gistig und lichtbraun werden : dann legts in eine Schüssel / und zierets schön aus.*

* Man kan auch die Hüner / wann man will / wie Sardelln braten / wie die Capaunen / auch allerley Brüh darüber machen / wie selbige nachfolgends / in einem besondern Theil / beschrieben zu finden.

Transkription:

Maximilian Schmidauer

Zitierempfehlung:
Maximilian Schmidauer (Transkription): "Hüner auf gemeine Art zu braten.", in: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 05, Nr. 023,
online unter: https://gastrosophie.sbg.ac.at/kbforschung/r-datenbank/?rdb_rezepte=huener-auf-gemeine-art-zu-braten (27.11.2022).

Datenbankeintrag erstellt von Maximilian Schmidauer.