Hippelein oder Hohl= Hippen.

Aus: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 17, Nr. 093

Originalrezept:

ZU zweyhundert Hippelein oder Hohl= Hippen / nehmet ein Achtel Mehl / schlaget zwey Eyer daran / thut auch / nach belieben / gestossenen Pfeffer und Muscatblüh dazu; alsdann giesset ein Rosenwasser oder gemeines frisches Wasser daran (wiewol man auch das frische Wasser mit ein klein wenig Rosenwasser vermischen kan) und zuckerts nach belieben; es muß aber dieser Teig in der Dicken seyn / wie der Wifftig= Teig; saltzt ihn ein wenig: schmiret das dazu gehörige Eisen mit Butter / haltets zuvor über das Feuer / daß es wohl heiß wird; giesset ein Löffelein voll von diesem Teig auf das Eisen / drucket selbiges geschwind zu / und haltets über das Feuer / lassets nur eine kleine weile stehen / und wendets geschwind um; nehmet den Teig so dann alsobald aus dem Eisen / und wickelt ihn um ein kleines Walcherholtz / so sind sie fertig. Es sind aber die Hippelein am schönsten / wann sie schön weiß bleiben / und das Eisen wohl heiß ist / so darff man selbiges nicht umwenden.

Anmerkung:

Hohlhippen waren seit dem Mittelalter ein beliebtes Kleingebäck, das von Hippenbuben auch öffentlich verkauft wurde.

In diesem Rezept wird vorgeschlagen, dass man das Waffeleisen nicht wendet, damit die obere Seite der Hippe hell und damit „schön“ ist; sie wurde dann mit der blassen Seite nach außen um das Holz gewickelt.

Transkription:

Andrea Sobieszek

Zitierempfehlung:
Andrea Sobieszek (Transkription): "Hippelein oder Hohl= Hippen.", in: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 17, Nr. 093,
online unter: https://gastrosophie.sbg.ac.at/kbforschung/r-datenbank/?rdb_rezepte=hippelein-oder-hohl-hippen (11.08.2022).

Datenbankeintrag erstellt von Andrea Sobieszek.