Heffen= Küchlein / mehr auf andere Manier.

Aus: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 13, Nr. 086

Originalrezept:

SEtzet das schönste und beste Mehl auf den Ofen / und last es erwarmen; schlaget hernach zu einem Diethäufflein / oder dem achten Theil eines Metzens / Mehl / sieben / acht / oder / wann sie klein sind / zehen Eyer daran / giesset ein halb Seidlein / oder viertel Maas Kern / oder gantze Milch / ingleichen auch ein halb Seidlein Heffen / und einen guten Löffel voll Milchram dazu / rühret ebenfalls einen Löffel voll Canarien= Zucker darunter; machet die Milch warm / und giesset so dann die Heffen darein / rührets unter= einander / schüttet es beedes an das Mehl / machet auch die Eyer warm / schlagets aus / klopffets / und giesst sie durch einen Seiher oder Durchschlag an das Mehl / daß die Vögel heraus kommen; saltzet und rührets wohl unter einander / giesset ein viertel Pfund frisches Schmaltz / warm oder zerlassen / daran / und rührets ferner / biß sich der Teig von den Becken ablöset / man darff ihn aber nicht klopffen / welches wohl zu mercken / sondern nur rühren / und ja nicht lang damit umgehen: schüttet dann den Teig auf den Tisch / knötet ihn / doch nicht allzu viel / wälchert selbigen aus / so groß es beliebt; leget solches auf ein Bretlein / und oben ein Tüchlein darauf / deckets zu / setzets zum Ofen / lassets ein wenig gehen / bachets wie den andern; wendet aber das unterste / im einlegen / übersich.

Anmerkung:

Es dürfte wohl öfter vorgekommen sein, dass die Eier angebrütet waren, sodass durch Abseihen die Klümpchen der Hühnerembryos entfernt werden mussten.

Transkription:

Andrea Sobieszek

Zitierempfehlung:
Andrea Sobieszek (Transkription): "Heffen= Küchlein / mehr auf andere Manier.", in: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 13, Nr. 086,
online unter: https://gastrosophie.sbg.ac.at/kbforschung/r-datenbank/?rdb_rezepte=heffen-kuechlein-mehr-auf-andere-manier (25.01.2022).

Datenbankeintrag erstellt von Andrea Sobieszek.