Heffen= Küchlein / anderst.

Aus: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 13, Nr. 082

Originalrezept:

LAsset ein Diethäufflein / oder den achten Theil eines Metzens / Mehl / ingleichen auch ein Seidlein / oder halbe Maas Kern / und ein halb Seidlein / oder den vierdten Theil einer Maas / weisser Bier= Heffen / etwas warm werden; machet dann einen Teig davon / rühret ihn wohl / daß er sich abschählet / schlagt sechs Eyer daran / giesset ein viertel Pfund zerlassenes Schmaltz dazu / rührets ferner durch einander / streuet auch / wanns zu dinn ist / noch mehr Mehl darein / schüttet den Teig auf ein Bret / und wircket ihn so lehn ab / als es immer möglich / nur daß man selbigen wälchern könne; dann schneidet die Küchlein / so groß man sie verlanget / daraus: Machet ein Bret etwas warm / bestreuets mit Mehl / leget die Küchlein darauf / deckets zu / setzets auf den Ofen / daß sie ein wenig gehen / und bachet sie / wie vor gedacht / schön langsam heraus. *

* Etliche machen den Teig / ehe die Eyer und das Schmaltz daran gethan werden / nur mit dem Kern und der Heffen an / biß das Mehl ein wenig eingerühret ist; dann streuen sie etwas Mehl darauf / decken das Becken mit einem reinen Tüchlein zu / und lassens bey dem Ofen eine viertel Stund nechst der Wärme gehen; wann er gegangen / saltzen sie ihn / schlagen Eyer und Schmaltz daran / und verfertigen sie / wie schon gedacht: Wann aber der Teig zuvor gegangen / darff man solche Küchlein bey dem Ofen / ehe sie gebachen werden / nicht lang mehr stehen lassen / sonst vergieret der Teig gar zu sehr.

Anmerkung:

vergieren = zu stark aufgehen („vergären“)

Transkription:

Andrea Sobieszek

Zitierempfehlung:
Andrea Sobieszek (Transkription): "Heffen= Küchlein / anderst.", in: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 13, Nr. 082,
online unter: https://gastrosophie.sbg.ac.at/kbforschung/r-datenbank/?rdb_rezepte=heffen-kuechlein-anderst (16.08.2022).

Datenbankeintrag erstellt von Andrea Sobieszek.