Gute Gerben= Torten.

Aus: Bewehrtes Koch-Buch (1759), N. 342

Originalrezept:

Auf ein mittleres Torten= Blättel nimm ein halb Pfund gesalzenen Butter, diesen sauber gewaschen, damit das Saure weg= kommet, treibe ihn zu einem Blat aus, nimm ein Pfund Mund= Mehl auf die Tafel, schlage in ein Haferl 3. Eyer, und 3. Dotter, 4. Löffel dinnen Milchreim, und 2. Löffel gewässerte Gerben, rühre es untereinander ab, und schütte es in das Mehl, gesalzen, und den Taig angemacht, nicht gar zu vest, treib denselben aus vierecket, schlag den Butter auf die halbe Flecken, den andern Taig darüber, in allen schlag ihn wie den Butter= Taig: nimm ein flaches Torten= Blättel mit dem Raif, treibe nicht gar den halben Taig aus, richte ihn auf das Torten= Blättel, mit gedünsten Weinberln, Zibeben mit Zucker und Zimmet vermischt, gefüllt, mache von dem andern Taig ein doppeltes Gätter, und den Raif herum, lasse es aufgehen in einem warmen Ort, wie ein Kugelhopf, hernach gebacken; es gehet hoch auf, und wird schön pfläumig. Von diesem Taig kan man auch Krapfen machen, und füllen, aufgehehen [sic] lassen in einem warmen Ort, und gebacken wie die Torten, mit Eyern angestrichen.

Anmerkung:

Einen Germteig, der ausgerollt und zur Hälfte mit einem flachen Butterziegel belegt wird, dann zusammengeklappt und wieder ausgewalkt wird, nach Art eines Blätterteiges (im Rezept als „Buttertaig“ bezeichnet), nennt man heute Plunderteig. Dieser wird gerne für gefülltes Kleingebäck verwendet, wie Topfentascherl, Mohnkronen, Nusskipferl, Zimtschnecken etc.

Transkription:

Andrea Sobieszek

Zitierempfehlung:
Andrea Sobieszek (Transkription): "Gute Gerben= Torten.", in: Bewehrtes Koch-Buch (1759), N. 342,
online unter: https://gastrosophie.sbg.ac.at/kbforschung/r-datenbank/?rdb_rezepte=gute-gerben-torten (15.08.2022).

Datenbankeintrag erstellt von Andrea Sobieszek.