Grüne Eyer oder Gras= Eyer.

Aus: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 11, Nr. 011

Originalrezept:

SIedet etliche Eyer hart / und rühret sie mit einem Löffel um / daß sie gleich sieden; wanns gesotten sind / schneidet sie von einander / nehmet die Dottern heraus in eine Schüssel / und zerreibt sie wohl mit einem Löffel: waschet und hacket ein Petersilien= Kraut klein / röstets zusamt ein wenig Semmel= Mehl in Butter / und rührt es unter die Eyerdottern; streuet Muscaten= Blüh / Ingber / Pfeffer / und ein wenig Cardamomen darein / schlagt noch ein oder mehr frische Eyer daran / nach dem der Dottern viel sind; doch muß die Füll nicht zu dinn werden: rührt es wohl unter einander / streicht es dann wieder in das von einander geschnittene hart= gesottene Weisse vom Ey / und zwar fein erhoben: Dann legts in eine Schüssel / giesst eine siedende Fleischbrüh darüber / thut ein gut theil Butter / Muscatblüh / und ein wenig Cardamomen darein / und last es mit einander einen Sud auf der Kohlen aufthun. Oder man kan sie auch bachen / aber zuvor in einem Ey umkehren / und dann folgende grüne Brüh darüber machen: Stosse ein wenig Petersilien= Kraut in einem Mörsel / zwings mit einer Fleischbrüh durch / thue Butter und Gewürtz darein / laß sieden / aber nicht lang / damit sie nicht falb werde.

Transkription:

Andrea Sobieszek

Zitierempfehlung:
Andrea Sobieszek (Transkription): "Grüne Eyer oder Gras= Eyer.", in: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 11, Nr. 011,
online unter: https://gastrosophie.sbg.ac.at/kbforschung/r-datenbank/?rdb_rezepte=gruene-eyer-oder-gras-eyer (23.01.2022).

Datenbankeintrag erstellt von Andrea Sobieszek.