Gezerrte Küchlein / auf andere Art.

Aus: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 13, Nr. 090

Originalrezept:

NEhmet zwölff oder dreyzehen Kochlöffel voll Mehl / nach dem man der Küchlein viel haben will; machet den Teig mit laulichter Milch / und drey oder dritthalb vorgedachten Kochlöffeln voll weisser Bier= Heffen / an / giesset die Heffen und Milch zugleich mit einander darein / schlaget zuletzt drey Eyer daran / thut auch ein wenig zerlassenes Schmaltz dazu / und rühret alles wohl unter einander / klopffet aber diesen Teig nicht / dann die Küchlein werden sonst zäh; machet solchen in der Dicken / wie den Teig zu denen Heffen= Küchlein / setzet ihn zu der Hitze / daß er wohl gehe: Machet nachmals die Hände schmaltzig / oder benetzets mit Wasser / leget ein wenig Teig darein / und dehnet ihn in die Runden / biß er so dinn ist / daß man durchsehen kan / streuet Weinbeerlein oder Corinthen darunter / und bachet ihn aus heissem Schmaltz.

Anmerkung:

Das hauchdünne Ausziehen des Teiges, bevor man diese Fladen ins heiße Schmalz legt, erinnert an ungarische Langos. Letztere werden allerdings fast immer in einer pikanten Variante hergestellt, vorzugsweise mit Knoblauch.

Transkription:

Andrea Sobieszek

Zitierempfehlung:
Andrea Sobieszek (Transkription): "Gezerrte Küchlein / auf andere Art.", in: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 13, Nr. 090,
online unter: https://gastrosophie.sbg.ac.at/kbforschung/r-datenbank/?rdb_rezepte=gezerrte-kuechlein-auf-andere-art (08.08.2022).

Datenbankeintrag erstellt von Andrea Sobieszek.