Gestossens von einer Hennen.

Aus: Ein new Kochbuch (1581), Kapitel 03, Teil 21, Nr. 08

Originalrezept:

Nim(m) die Hennenbrust / die wol gesotten / hack sie klein auff eim saubern Stock / thu sie in ein Mörsel / vnd schneidt Mandeln darvnter / die vber Nacht in Wasser geweicht seind / stoß wol durcheinander / Nim(m) ein Hennenbrüh in eine Schüssel / da kein Feißt auff ist / schneidt darein von einem beschnittenem Weck / der in der Brüh weich ist / thu es vnter das Gestossen / vnnd stoß es auch mit / laß es ab mit der Brüh / die du von der Hennen genommen / streichs durch ein Härin Tuch / daß fein dick wirdt / thu es in ein saubern vberzinnten Fischkessel / vnnd laß ein Sudt auffthun / welchs / so es geschehen / so geuß es vber die gesotten Hen(n)en / wenn du es anrichtest / begeuß mit Feißt / dz du von einem Rindtfleisch hast abgeschöpfft / so sihet es fein lieblich auff der weissen Speiß. Wiltu aber das Gestossen allein geben / so schneidt Brot fein klein von einem weissen Weck / nim(m) Butter / die nicht schmeckt / mach sie wol heiß / vnnd wirff die Brücklein vom Brot in dz Schmaltz / vnd rößt geschwindt hinweg / daß fein weiß vnd resch bleibt / Nim(m) weissen gestossen Zucker / sträw jn vber dz gerößt Brot / so wirts fein süß. Vnd wen(n) du dz Gestossen angericht hast / so thu dz Brot in die mitt auff dz Gestossen / so ists lieblich zu essen. Vnd wen(n) du kein Brot wilt auff dz Gestossen thun / so mach es mit gestossen Zucker süß / vnd laß es darmit auffsieden / so wirt es gut vnd wolgeschmack. Du magst das Brot süß machen / oder nicht / ist es auff beyde manier gut.

 

Transkription:

Helga Kraihamer

Zitierempfehlung:
Helga Kraihamer (Transkription): "Gestossens von einer Hennen.", in: Ein new Kochbuch (1581), Kapitel 03, Teil 21, Nr. 08,
online unter: https://gastrosophie.sbg.ac.at/kbforschung/r-datenbank/?rdb_rezepte=gestossens-von-einer-hennen (07.12.2022).

Datenbankeintrag erstellt von Helga Kraihamer.