Geräucherte Kälbernfüß zu kochen.

Aus: Ein new Kochbuch (1581), Kapitel 01, Teil 04, Nr. 56

Originalrezept:

Schneidt die Füß von einem Kalb / wenn man es absticht / laß das Haar daran / vnd brüh sie nicht / schneide sie nur voneinander / vnnd saltz sie ein / saltz auch ein gut frisches breites Rindtfleisch mit ein / so gibt es ein roten Safft / von welchem die Kalbfüß rot werden / laß die Kalbfüß in diesem Sudt ligen vier vnnd zwentzig stundt lang / heng sie darnach in ein Schornstein / vnnd laß sie wol berauchen / sonderlich Winters zeit / vnd wenn sie wol geräuchert seyn / so setz sie zu in einem Wasser / vnd laß sie sieden / biß daß das Haaar herab gehet / vnnd wenn das Haar herab gehet / so kül sie auß einem külen Wasser / vnd seurers / daß das Haar davon hinweg kompt / thu sie wider in einen Fischkessel / vnnd seig darauff ein gute Rindtfleischbrüh / vnd grüne Pettersilgen / vnd laß es darmit sieden / vnd schaw / daß du es nicht versiedest / richt es an wie das geräuchert Kälbernfleisch / den(n) es ist ein seltzams essen für einen grossen Herrn / sonderlich / wenn er gern etwas seltzams wil essen / als denn kost das nicht viel / ist aber grosse mühe bey einer solchen schlechten Speiß / vnd ist auch gleichwol nicht zu verachten.

Transkription:

Sepp Meister, Steffi Schinagl

Zitierempfehlung:
Sepp Meister, Steffi Schinagl (Transkription): "Geräucherte Kälbernfüß zu kochen.", in: Ein new Kochbuch (1581), Kapitel 01, Teil 04, Nr. 56,
online unter: https://gastrosophie.sbg.ac.at/kbforschung/r-datenbank/?rdb_rezepte=geraeucherte-kaelbernfuess-zu-kochen (07.08.2022).

Datenbankeintrag erstellt von Maximilian Schmidauer.