Gemeine weisse Ruben zu kochen.

Aus: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 10, Nr. 190

Originalrezept:

SChählet die Ruben / und schneidets / wann sie klein und jung seyn / zu Vierteln / oder sonst Stücklein= weiß / waschets / machet ein Schmaltz in einer Pfannen heiß / und thut die Ruben hinein / schwaist sie wohl darinnen; giesst in einen Hafen ein siedend Wasser oder Fleischbrüh / oder aber halb Wasser und Fleischbrüh daran / lassets also wohl sieden; zuletzt brennt ein wenig Mehl darein / und last es noch ein= und andern Sud thun.

Anmerkung:

  • Die Weiße Rübe ist eine Speiserübe, die mit der Mairübe und der Bayrischen Rübe verwandt ist. Andere Bezeichnungen dafür sind Herbstrübe, Krautrübe, Ackerrübe, Stoppelrübe, Wasserrübe und Räben. Die Teile der Weißen Rübe, die aus der Erde ragen und von der Sonne beschienen werden, färben sich violett.
    Die Speiserübe war im Mittelalter und der Frühen Neuzeit ein Hauptnahrungs-mittel breiter Schichten, so wie es ab dem 19.Jh. die Kartoffel wurde. In Notzeiten war die robuste und vielseitig verwendbare Rübe die letzte Nahrungsreserve, so z.B. im 1. Weltkrieg nach einer Kartoffelmissernte („Steckrübenwinter“ 1916/17). Heute spielt sie kaum mehr eine Rolle; auch die Sortenvielfalt früherer Jahrhunderte wurde auf einige wenige reduziert. In Tirol wird die Weiße Rübe nur noch in der Wildschönau angebaut, um daraus den „Krautinger“ zu brennen, einen gewöhnungsbedürftigen Rübenschnaps, der eher ein Hausmittel bei Verdauungsbeschwerden ist.
  • schwais(s)en  =  anrösten

Transkription:

Andrea Sobieszek

Zitierempfehlung:
Andrea Sobieszek (Transkription): "Gemeine weisse Ruben zu kochen.", in: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 10, Nr. 190,
online unter: https://gastrosophie.sbg.ac.at/kbforschung/r-datenbank/?rdb_rezepte=gemeine-weisse-ruben-zu-kochen (24.01.2022).

Datenbankeintrag erstellt von Andrea Sobieszek.