Gehackt von einer gebratenen Steinhennen.

Aus: Ein new Kochbuch (1581), Kapitel 03, Teil 08, Nr. 03

Originalrezept:

Gliedt die Hen(n)en ab / Füß vn(d) Flügel / nim(m) die Brust / vnd thu das Fleisch herab / hacks oder schneide es klein / thu es in eine Schüssel / thu auch darein die Flügel vnnd Diech / Pfeffer / vnd ein braune Brüh / die von einem Braten abgegossen ist / seig es vber das Gehackt / setz darnach die Schüssel auff Kolen / vnd laß ein starcken Sudt auffthun. Vnnd wenn du es wilt auff ein Tisch geben / so nim(m) frische saure Limonien / walger sie fein zwischen zweyen Tüchern / so werden sie lind vnd weich / schneidt sie voneinander / vnd druck den Safft vber das gehackt / so wirt es wolgeschmack vnd gut. Hastu aber kein Pomerantzen / so geuß ein wenig Rosenessig darein. Wenn du es aber nicht saur wilt haben / so ist es auch gut.

Anmerkung:

Das Rollen („walgern“) von Zitronen, um sie weich und saftiger zu machen, wurde anscheinend schon vor 500 Jahren praktiziert.

Transkription:

Andrea Sobieszek

Zitierempfehlung:
Andrea Sobieszek (Transkription): "Gehackt von einer gebratenen Steinhennen.", in: Ein new Kochbuch (1581), Kapitel 03, Teil 08, Nr. 03,
online unter: https://gastrosophie.sbg.ac.at/kbforschung/r-datenbank/?rdb_rezepte=gehackt-von-einer-gebratenen-steinhennen (19.01.2022).

Datenbankeintrag erstellt von Andrea Sobieszek.