Gefüllte Semmel= Schnitten.

Aus: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 13, Nr. 051

Originalrezept:

SChneide Semmeln zu dinnen Schnitten / streiche eine Füll von Mandeln oder Latwergen darauf / oder auch von eingerührten Eyern mit Weinbeern oder Corinthen / welche von diesen beliebt; lege einen andern Schnitten darüber / ziehe sie durch zerklopffte Eyer / oder sonst ein anständiges Teiglein / und bachs aus Schmaltz / so sehen sie wie andere gemeine Schnitten / und sind doch einwendig gefüllt.

Anmerkung:

  • Barocke Köche liebten es, für Überraschungen beim Essen zu sorgen, z.B. durch eine unerwartete Fülle (s. oberes Rezept). Der Vorschlag mit der Latwerge (= eingedicktes Fruchtmus) würde den österreichischen Zwetschenpofesen entsprechen.
  • Die Variante der mit Gewürzwein übergossenen Schnitten erinnert an ein Triet, ein für die damalige Festtafel beliebtes Dessert in der Steiermark, ähnlich dem heute noch bekannten Besoffenen Kapuziner.

Kategorisierung:

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Hauptzutaten: , , ,

Transkription:

Andrea Sobieszek

Zitierempfehlung:
Andrea Sobieszek (Transkription): "Gefüllte Semmel= Schnitten.", in: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 13, Nr. 051,
online unter: https://gastrosophie.sbg.ac.at/kbforschung/r-datenbank/?rdb_rezepte=gefuellte-semmel-schnitten (24.01.2022).

Datenbankeintrag erstellt von Andrea Sobieszek.