Gefüllte Schnepffen zu zu richten.

Aus: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 05, Nr. 035

Originalrezept:

RUpffet die Schnepffen / untergreiffet sie wie ein Hun / waschets mit Wein aus / würtzet und saltzets einwendig / wiewol sie etliche erst nach dem Füllen einwürtzen / richtet den Schnepffen= Schweiß zu / wie schon gedacht ; lasset aber den Schnepffen / nach belieben / über Nacht im Wein ligen / und machet die Füll den Tag zuvor allerdings an / füllet sie dann in den Schnepffen / doch also / daß die Füll überal auf der Brust biß an die Schenckelein recht zertheilet werde ; nehet die Schnepffen gleissig zu / würtzet sie auch auswendig / stecket sie an / wie die vorher beschriebenen / betreifft sie mit zerlassender Butter / und lasts safftig abbraten : dabey dann zu mercken / daß man die Füll zu den Schnepffen anfänglich nicht darff sieden lassen / auch nicht alle hinein füllen / sondern etwas davon übrig lassen : diese übrige Füll nun thut man in eine Schüssel / und giesst noch ein wenig Wein und Citronen= Safft daran / dann sie muß dinner seyn / als man sie sonsten zu den Schnepffen= Schweiß zu machen pfleget / und gleichsam eine dicklichte Brüh abgeben : wann nun der Schnepff schön abgebraten / legt man ihn darauf hinein in diese Brüh / und zieret ihn schön aus mit Citronen= Plätzen / und dergleichen klein= geschnittenen Schelffen.

Transkription:

Maximilian Schmidauer

Zitierempfehlung:
Maximilian Schmidauer (Transkription): "Gefüllte Schnepffen zu zu richten.", in: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 05, Nr. 035,
online unter: https://gastrosophie.sbg.ac.at/kbforschung/r-datenbank/?rdb_rezepte=gefuellte-schnepffen-zu-zu-richten (18.08.2022).

Datenbankeintrag erstellt von Maximilian Schmidauer.