Gefüllte Eyer / noch anderst.

Aus: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 11, Nr. 018

Originalrezept:

SChwemme die Eyer im Wasser / welche dann unten ligen / und zu boden fallen / die sind frisch / siede selbige hart / schähle und schneide sie von einander / nimm das gelbe davon heraus / und hacke es klein; menge ein gut theil Zucker / Zimmet und Weinbeerlein oder Corinthen darunter / gieß ein wenig Rosen= Wasser / oder einen Löffel voll Wein daran / daß sie lind werden; fülle es dann wieder in das Weisse: Mache ein Teiglein von Eyern und Mehl / oder aber lauter Eyern an / lege die gefüllte Eyer darein / wends darinnen um / bache sie heraus / und mache dann eine braune Kirschen= Brüh darüber.

Anmerkung:

  1. Dass alte Eier sich durch die poröse Schale hindurch nach und nach mit Luft füllen und deshalb auf dem Wasser schwimmen, war damals allgemein bekannt; diese „Wasserprobe“, die man mit Bauerneiern immer noch durchführen sollte, gerät heute durch das Ablaufdatum auf den Eierkartons immer mehr in Vergessenheit.
  2. Die Kirschenbrühe wurde durch Zimt und Nelken braun gefärbt.

Transkription:

Andrea Sobieszek

Zitierempfehlung:
Andrea Sobieszek (Transkription): "Gefüllte Eyer / noch anderst.", in: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 11, Nr. 018,
online unter: https://gastrosophie.sbg.ac.at/kbforschung/r-datenbank/?rdb_rezepte=gefuellte-eyer-noch-anderst (10.08.2022).

Datenbankeintrag erstellt von Andrea Sobieszek.