[Gebraten Hattele von einem Kappaunen auf mancherley manier.]

Aus: Ein new Kochbuch (1581), Kapitel 03, Teil 20, Nr. 10
Diätetische Verwendung: ,

Originalrezept:

Nim(m) ein Kappaunenbrust / vnd schneidt sie herauß also roh / zeuch die Haut herab / vnd schneidts fein dünn vnd breit / zerklopffs mit eine(m) Messerrück / legs auff ein saubers Bret nebeneinander / nim(m) auch ein Kälbern feißt von den Nieren / klaubs fein sauber / daß die Häutlein davon hinweg kommen / hack es darnach klein / saltzs vnd pfeffers / besträw die Brust darnach mit einem feißt / wickels fein vbereinander / ein jegliches stücklein besonder / stecks an ein höltzern Spieß nebeneinander / legs auff ein Roßt / vnnd brats geschwindt hinweg. Wenn du es wilt begiessen / so begeuß es mit einem Rindtfeißt / zeuchs vom Spieß ab / vnd geuß ein warme braune Brüh darüber / vnnd laß flugs aufftragen also warm / Oder magst es auch geben gar trucken / daß warm bleibt / Oder legs mit dem Spieß vber die Hennenbrüh / so ist es ein rechte gute Speise vor einen krancken Menschen / auch für die Gesunden. Oder höl ein Weck auß / vnd den Boden / den du hast abgeschnitten / auch den Weck / den du hast außgehölet / halt gegen dem Feuwr / oder legs auff einen Roßt / vnd begeuß innwendig vnd außwendig / so wirt es fein hart vnd resch. Darnach wenn die Hattele gebraten seyn von dem Kappaunen / so zeuch es ab von dem Spieß / legs in den holen Weck / vnd bedecks mit den Bodenschnitten / vnd deck ein ander Schüssel drüber / vn(d) laß flugs also warm aufftragen / so ist es lieblich vnd gut zu essen.

Transkription:

Andrea Sobieszek

Zitierempfehlung:
Andrea Sobieszek (Transkription): "[Gebraten Hattele von einem Kappaunen auf mancherley manier.]", in: Ein new Kochbuch (1581), Kapitel 03, Teil 20, Nr. 10,
online unter: https://gastrosophie.sbg.ac.at/kbforschung/r-datenbank/?rdb_rezepte=gebraten-hattele-von-einem-kappaunen-auf-mancherley-manier (28.01.2022).

Datenbankeintrag erstellt von Andrea Sobieszek.